News aus Harpstedt

Finanzausschuss tagt im Koems

Harpstedt – Die „Haushaltswirtschaft 2019“ sowie Anpassungen und Ergänzungen der Prioritäten einer „Bedarfsliste für mittel- und langfristige Gebäudeinvestitionen“ sind am Donnerstag, 4. Juni, Beratungsthemen im Finanzausschuss der Samtgemeinde Harpstedt. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19 Uhr im Harpstedter Koems-Saal.
Finanzausschuss tagt im Koems

Ruth Heinrich und ihre Angehörigen verlassen Dresden noch rechtzeitig

Dem Bombenhagel entronnen

Colnrade/Breslau – Zwei Wochen nach dem Beginn ihrer Flucht vor der Roten Armee aus Breslau entrinnen Ruth Heinrich, ihre Schwestern Inge, Jutta und Hildegard sowie die Mutter 1945 der Bombardierung Dresdens. Sie wissen um die Gefahr eines Luftangriffs, als sie sich in der Stadt aufhalten. Ihr Ziel: der Bahnhof. Inmitten von Menschenmassen versucht die Familie, einen Zug zu ergattern, der sie in Sicherheit bringt – raus aus der „Todesfalle“. Doch das erfordert Ellenbogeneinsatz. Die Züge sind völlig überfüllt. Flüchtende nehmen jede Lücke in Beschlag, sitzen teils auf Dächern oder zwischen den Puffern, schreibt Ruth Heinrich Jahrzehnte später nieder; da ist sie längst verheiratet, lebt in England und trägt den Nachnamen ihres Ehemanns Laurie Brown, eines vormaligen Besatzungssoldaten.
Dem Bombenhagel entronnen

81 „Aderlässe“ in Groß Ippener

Groß Ippener - Über 81 Blutspender im Feuerwehrhaus Groß Ippener darunter zwei Erstspender, freuten sich die Ortsfeuerwehr und das Rote Kreuz am Mittwoch. „Viel mehr wäre in drei Stunden gar nicht zu schaffen gewesen“, sagt Birgit Lattuch aus dem Helferteam. Zweimal Fieber messen, Abstand waren, obligatorischer Mund-Nase-Schutz, Lunchpaket statt Büfett – vieles war pandemiebedingt anders als gewohnt. Gemecker habe es aber nicht gegeben, so Lattuch. Für die 50. geleistete Blutspende erhielt Christina Sander aus Harpstedt eine „Powerbank“ und einen in der Friedhofsgärtnerei einzulösenden Gutschein. Zwei weitere Frauen wurden für die fünfte und die zehnte Spende mit dem „Blutspendeheld“-Kaffeepott bedacht. Der Spitzenreiter unter den „Wiederholern“, Eilert Winter aus Kirchseelte, brachte seinen 140. „Aderlass“ hinter sich. Das DRK-Blutspendeteam kam aus Rastede. Foto: BohlKen
81 „Aderlässe“ in Groß Ippener

Fünf Jahre nach der Leukämie-Diagnose: Marius Kossmann wirbt für DKMS-Registrierung

„Werd’ auch du zum Lebensretter!“

Harpstedt - Von Jürgen Bohlken. Zum fünften Mal jährt sich an Pfingsten der Tag der Leukämie-Diagnose für Marius Kossmann aus Harpstedt. Die Hiobsbotschaft löste eine riesige Welle der Hilfsbereitschaft aus. In Lübeck, wo der Harpstedter damals seine Ausbildung absolvierte, und in seinem Heimatort nahmen insgesamt rund 2 000 Menschen bei großen Registrierungsaktionen unter dem Motto „Marius will leben“ die Gelegenheit wahr, sich als potenzielle Stammzellenspender registrieren zu lassen. 959 waren es am 8. August 2015 allein in Harpstedt.
„Werd’ auch du zum Lebensretter!“

Achsbruch an E-Auto bei Unfall auf der A1

Groß Ippener/Wildeshausen – Hoher Sachschaden ist laut Polizei am Donnerstag gegen 3 Uhr früh bei einem Verkehrsunfall auf der A1 im Bereich der Samtgemeinde Harpstedt entstanden. Ein Osnabrücker (34), der mit seinem Elektroauto in Richtung Bremen unterwegs war, kam zwischen den Anschlussstellen Wildeshausen-Nord und Groß Ippener – aufgrund geänderter Verkehrsführung wegen einer Baustelle – in einer Verschwenkung nach links von der Fahrbahn ab und überfuhr mehrere Warnbaken. An dem hochwertigen Wagen entstanden erhebliche Schäden an der linken Seite. Unter anderem brach nach Angaben der Polizei die Hinterachse. Die Schadenshöhe wird auf rund 15 000 Euro geschätzt.
Achsbruch an E-Auto bei Unfall auf der A1

Tauferinnerung und musikalischer Gottesdienst

Harpstedt – Mit einem Gottesdienst zur Tauferinnerung „für die ganze Familie“ läutet die evangelische Gemeinde am Sonntag, 31. Mai, 10 Uhr, die Pfingstfeiertage in der Harpstedter Christuskirche ein. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Vor allem diejenigen, die vor fünf oder zehn Jahren getauft wurden, seien mit ihren Angehörigen willkommen. „Man darf die Taufkerze von damals mitbringen. Kinder, die kommen, sollten eine Schere und einen Kleber dabei haben. Pastorin Hanna Rucks hält eine ,Bastelpredigt'. Der Gottesdienst wird per Livestream ins Netz übertragen. Wer zu Hause mitbasteln möchte, sollte zusätzlich vier quadratische Blätter bereithalten. Eine kleine Combo sorgt für moderne Musik. Alle Kirchgänger über sechs Jahre sind gebeten, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen“, erläutert die Christusgemeinde.
Tauferinnerung und musikalischer Gottesdienst

Kinder baten Kanadier in radebrechendem Englisch um Süßes: „Billy, have you chocolate for me?“

Groß Köhren - Aus den Kindheitserinnerungen eines Spielkameraden von Heinz Nienaber aus Groß Köhren: „1945 hieß es plötzlich, die Kanadier seien schon in Twistringen. Wir Kinder mussten in der Wohnung bleiben. Ich konnte vom Wohnzimmer aus die Straße, die Delmebrücke und die Scheune von Martens sehen. Plötzlich kam ein Panzer angefahren. Wir rannten in den Keller von Siemering, wo wir zu der Zeit wohnten. Einige Kanadier kamen die Treppe herunter und fragten uns, ob doch deutsche Soldaten oder Waffen da wären. Wir verneinten das und durften wieder nach oben in unsere Wohnungen gehen, das Haus aber nicht verlassen. Eine Ausgangssperre wurde verhängt. Vom Fenster aus konnten wir sehen, dass auf dem Hof von Alfken Panzer und andere Militärfahrzeuge standen und viele Soldaten da waren. Tage später haben wir dann doch vor dem Haus gespielt. Mit der Zeit verloren wir die Angst und Scheu vor den Kanadiern. Wir haben zugesehen, wie sie mit Schablonen weiße Wildschweinköpfe auf ihre Fahrzeuge pinselten. Die Villa von Familie Siemering wurde bald zum größten Teil von den Kanadiern besetzt, und wir hatten nur noch ein Zimmer. Ich erinnere mich daran, dass in unserem Kinderzimmer drei Soldaten einquartiert wurden – die Schotten Bill, Toffee und George. Wir haben dann wieder im Dorf herumgetollt und zwischen den Fahrzeugen der Kanadier gespielt. Wenn wir uns unbeobachtet fühlten, sind wir auch in die Fahrzeuge, die abseits standen, hineingeklettert und taten so, als wollten wir die Brummis wegfahren. Wir sahen den Soldaten auf dem Hof von Alfken beim Fußballspielen zu. Wenn der Ball in den Brunnen fiel, schnappten sie sich einen von uns Jungen an den Beinen und hielten uns kopfüber in den Brunnen. So konnten wir den Ball dann gerade mit den Händen greifen und wurden wieder hochgezogen. Manchmal bekamen wir etwas zum ,Schlickern’. Mit der Zeit eigneten wir uns auch die Vornamen der einzelnen Soldaten an und schnappten einige Wörter auf. Radebrechend fragten wir: ,Billy,
Kinder baten Kanadier in radebrechendem Englisch um Süßes: „Billy, have you chocolate for me?“

Heinz Nienaber über den Einmarsch der Besatzungstruppen und die wiedererlangte Freiheit der Kriegsgefangenen

Kettenrad eines Panzers erinnert noch heute an 1945

Groß Köhren – Im zweiten Teil seines Gastbeitrags für unsere Serie widmet sich Heinz Nienaber dem Kriegsende 1945. Nachfolgend der Bericht des Groß Köhreners im Wortlaut.
Kettenrad eines Panzers erinnert noch heute an 1945

„Stein“: Museumsdorf Cloppenburg kann Verschiebung der Feier nicht ausschließen

Bleibt es bei der Eröffnung im September?

Harpstedt/Cloppenburg - Von Christoph Heinzel. Peter Maffay, Drafi Deutscher, Karl Dall, Renate Kern, The Rattles – sie alle sind im „Stein“ aufgetreten. „Stein“ – so lautet bis heute die liebevolle Abkürzung für die ehemalige Harpstedter Landdiskothek „Zum Sonnenstein“. Inzwischen steht das Gebäude bekanntlich schon lange auf dem Gelände des Museumsdorfs Cloppenburg. Es markiert, so der Plan, den Beginn der Entwicklung eines ganz neuen Abschnitts im Freilichtmuseum – mit Bauwerken, die charakteristisch und kulturtypisch für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts gewesen sind.
Bleibt es bei der Eröffnung im September?

„Wiedersehen grenzte an ein Wunder“

Breslau/Colnrade – Was wird aus dem zum Volkssturm eingezogenen Bruder Arnim? Und was aus dem in Kriegsgefangenschaft geratenen Vater? Ruth Heinrich (sie nimmt nach der Heirat eines britischen Besatzungssoldaten 1947 dessen Nachnamen Brown an) ahnt nicht, dass sie beide wiedersehen soll, als sie im Alter von 19 Jahren im Januar 1945 bei eisiger Kälte mit ihrer Mutter sowie ihren Schwestern Inge (20), Jutta (12) und Hildegard (fast 7) aus Breslau flieht. Nur mit ein paar Habseligkeiten versucht die Familie der ihr im Nacken sitzenden Roten Armee zu entkommen.
„Wiedersehen grenzte an ein Wunder“