
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL
Wald (dapd-bay). Hoch über dem ausgebrannten Kirchturm schweben die Arbeiter auf einem Kran. Sie tragen Stück für Stück ab von den Überresten, die noch lose am Mauerwerk des Gotteshauses im Allgäuer Dorf Wald hängen, dessen Spitze nach einem Blitzeinschlag vor zwei Wochen heruntergestürzt war. Die Sanierung wird nach Angaben von Bürgermeister Josef Ampßler mehrere hunderttausend Euro kosten. Aber zunächst muss das Trümmerfeld in der Ruine beseitigt werden.Bei einem Gewitter Anfang Januar hatte ein Blitz das Wahrzeichen der 1.100-Einwohner-Gemeinde getroffen und in Brand gesetzt. Die Kirchturmspitze stürzte auf den Friedhof, Teile davon auch auf die Kreisstraße. Sie sprechen in dem kleinen Allgäuer Ort viel von einem Wunder, darüber, dass niemand in der Sakristei war, als der obere Teil der Kirchturmspitze mit ungeheuerer Wucht und wie ein überdimensionaler Pfeil nach unten geschossen ist.Zwtl.: Starker Wind und Schneetreiben behindern Sanierungsarbeiten«Im Kirchturm sieht es aus wie nach einem Riesen-Mikado-Spiel», beschreibt Ampßler die Szenerie. Die Balken lägen kreuz und quer am Boden des Kirchturms herum. Nach seinen Angaben müssen die Sanierungsarbeiten immer wieder unterbrochen werden. Erst am Freitag machten starker Winde und Schneetreiben den Arbeitern einen Strich durch die Rechnung. Für den Wiederaufbau des 532 Jahre alten Kirchturms hat der Bürgermeister eine Arbeitsgruppe gebildet. «Wenn es irgendwie geht, wird der sanierte Kirchturm einen Meter höher als der alte.»Der Großteil der Bausubstanz des Kirchturms wird vermutlich zu retten sein, meint Statiker Rudolph Wirth, der allerdings Genaues erst sagen kann, wenn er den Turm betreten und genau untersuchen kann. Das war bislang noch nicht möglich. Die beiden riesigen Autokräne sollen ihm zufolge demnächst ausgewechselt und gegen ein Gerüst und einen Baukran getauscht werden. Anfang der kommenden Woche soll ein provisorisches Dach montiert werden.Zwtl.: Kriminalpolizei will Kirchturmspitze für SchulungszweckeImmer wieder schlagen Blitze in Kirchen ein, aber an so einen Fall wie in Wald kann sich im Bistum Augsburg niemand erinnern. Bistumssprecher Markus Kremser sagt: «In den letzten 50, 60 Jahren gab es offenbar nichts Vergleichbares.» Kremser merkt zu den Kontrollen bezüglich der Schutzmaßnahmen von Kirchen noch an: «Wir haben 4.500 Kirchen und Kapellen und die Blitzableiter werden alle regelmäßig überprüft.» Die Kirche von Wald war erst wenige Wochen vor dem Brand kontrolliert worden. Es gab keine Beanstandungen.Bürgermeister Ampßler bewahrt den obersten Teil der Kirchturmspitze bei sich auf. Er zeigt auf eine schmale rostige Stelle. «Das war der Blitzableiter, der ist durch die ungeheuere Wucht des Blitzes einfach weggeschmolzen», erklärt er. Die Spitze wird Ampßler bald abgeben müssen: «Die Kriminalpolizei will sie zu Schulungszwecken.»Bildhinweis: 200112VEL101dapd / wit / erd / wca / hm/ /1
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