
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL
Frankfurt/Vellmar (dapd-hes). Manchmal wird die Trauer für einen Moment von einem Lächeln überlagert. «Es war immer schön, sich mit ihnen zu unterhalten. Die beiden haben ihren Job ernst, aber nie zu ernst genommen», sagt Martin Schwalb: «Sie waren immer für einen Spruch gut und haben eine unglaubliche Lebensfreude ausgestrahlt.» Wie der Präsident des HSV Hamburg wird ganz Handball-Deutschland Bernd und Reiner Methe stets in positiver Erinnerung behalten. Das national renommierteste Schiedsrichter-Duo war am Freitagabend mit dem Auto tödlich verunglückt. Die Methes standen für Weltklasse-Leistungen an der Pfeife, wurden von Spielern und Funktionären für ihre sachliche Art anerkannt und respektiert. «Die beiden waren Menschen, mit denen wir alle in der Handball-Familie in den letzten 15 Jahren groß geworden sind», sagt Bob Hanning, Geschäftsführer des Bundesligisten Füchse Berlin: «Sie waren welche von uns.» Ihr Renommee erarbeiteten sich die Zwillingsbrüder bei über 800 nationalen und internationalen Spielleitungen. Sie waren bekannt für klare Entscheidungen, vor allem aber auch für den menschlichen Umgang mit Spielern und Funktionären auf und abseits des Feldes. Zuletzt waren sie dreimal in Folge zu Deutschlands besten Schiedsrichtern des Jahres gewählt worden. Dass sie für manchen Spaß zu haben waren, bewiesen sie 2009 bei einem Auftritt in der TV-Sendung «Schlag den Raab». Zwtl: Auch im Privatleben oft unzertrennlich Im Privaten verband die Methes ihr ausgeprägter Familiensinn. Die gemeinsame Leidenschaft für den Handball war nur ein Ausdruck der sehr innigen Beziehung, die das fast unzertrennliche Zwillingspaar pflegte. Im Gleichschritt gingen sie einen der wichtigsten Abschnitte ihres Lebens an. Sie heirateten ihre Lebensgefährtinnen am selben Tag. Zuletzt lebten sie mit ihren Ehefrauen und Söhnen im hessischen Vellmar nah beieinander und hatten im Daimler-Werk von Kassel den gleichen Arbeitgeber. Im Handball leiteten sie seit 1988 gemeinsam Spiele, ein Jahr zuvor hatte jeder für sich sein Debüt an der Pfeife gegeben. Es gibt kaum ein Land in Europa, in dem die Hessen bis zum Unfalltod am 11. November nicht schon einmal eine Partie geleitet hatten. Im kommenden Dezember sollten sie bei der Frauen-WM in Brasilien zum Einsatz kommen. 2010 leiteten die Familienväter als Höhepunkt ihrer Karriere das Finale der Herren-EM in Wien zwischen Frankreich und Kroatien. Bildhinweis: 050610BEX202 dapd/bos/vaa /1