Eine Mühlendokumentation von Christine Dorn fand in Steinwiesen viel Anerkennung. Darin wird ein geschichtlicher Abriss gegeben.
Steinwiesen. Rechtzeitig zum Jubiläum „500 Jahre Teichmühle Steinwiesen" ist von Diplom-Ingenieurin Christine Dorn die 48-seitige Dokumentation „500 Jahre Kastenamtsurbar Kronach –wasserradgetriebene Schneidmühlen im Frankenwald heute" fertig gestellt worden. Die Autorin – bekannt vor allem für ihre Aktivitäten hinsichtlich der Erforschung der Kulturlandschaft der Flößerei im Frankenwald mit rund 200 Kilometer Bachläufen – hat sich viel Mühe gegeben, die verschiedensten Fakten zu einem ansehnlichen Gesamtbild zusammenzutragen.
Nicht nur die ersten Nennungen, sondern auch die Entwicklung der Mühlentechnik sowie der Säge- und Triebwerkstechnik können nachvollzogen werden. Schwerpunktmäßig befasste sich die Wissenschaftlerin vor allem mit den Wasserrad getriebenen Mühlen im Frankenwald nach demStand vomJ ahre 2006. Dabei
hat sie die Effelter Mühle bei Effelter, die Hammermühle und die Klingersmühle (beide Wallenfels), die Neumühle bei Nordhalben, die Schneidmühle am Hochofen in Stadtsteinach, die igeunerschneidmühle
bei Zeyern sowie die Mittlere Mühle, die Schwarzmühle und schließlich die Teichmühle (alle Steinwiesen) aufgelistet. Die Bestandsaufnahme zeigte jedoch, dass sich einige dieser vorgenannten Relikte in einem außerordentlich schlechten Zustand befinden.
In der Dokumentation – sie wurde von Landeskonservator Dr. Thomas Gunzelmann vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege vorgestellt – wird auch auf die einstige Bedeutung der über 150 Frankenwaldmühlen hingewiesen. Der Waldreichtum und das Wasserangebot in den Bächen und Flüssen
schufen die idealen Voraussetzungen für die Entwicklung der schlichten, Holz verkleideten Schneidmühlen, die einst dasLandschaftsbild prägten.
Sie lieferten die Bretter für zahlreiche Handwerksberufe wie Schreiner, Wagner, Büttner, Drechsler, Dachdecker, Zimmerleute und das Bauholz für den Hausbau, für Scheunen und Schupfen und Zäune.
Der Holzexport auf Bretterflößen zum Main oder als Auflast bei der Flößerei brachte außerdem Geld in den relativ armen Frankenwald und sicherte hier Arbeitsplätze im Forst, im Handwerk und beim Transport. – Landrat und Mühlvogt Oswald Marr, Vorsitzender Michael Kestel, Dr.Thomas Gunzelmann sowie Kreisheimatpfleger Gerd Fleischmann zollten Christine Dorn für ihre informative Arbeit viel Anerkennung.
Auf 48 Seiten ist es der Autorin hervorragend gelungen, die Entwicklung des Mühlenwesens im Frankenwald, die Entwicklung der Mühlentechnik, die Besonderheiten des Mühlwesens im Frankenwald, die verbliebenen wasserradgetriebenen Mühlen im Frankenwald heute in leicht verständlichem Text, der trotzdem wissenschaftlich belegt ist, zahlreichen Fotos, Plänen, Skizzen, Karten und farbigen Auszügen aus dem Kastenamtsurbar Kronach von 1507 zu dokumentieren.
Da bereits mehrere in dieser Dokumentation enthaltene Mühlen deutliche Verfallserscheinungen aufzeichnen und ihr Überleben in Frage gestellt ist, bietet diese Broschüre wohl vorerst die letzte Möglichkeit, sich umfangreich über die Schneidmühlen im Frankenwald zu informieren bzw. dieses Stück Mühlengeschichte ins Haus zu holen.
Erhältlich beim Mühlenverein, im Rathaus Steinwiesen (Kirchstraße 4, 96349 Steinwiesen, beim Tourismusverband Oberes Rodachtal, im Flößermuseum Marktrodach und beim Tourismus-Info Frankenwald Kronach.
Preis 3,-- € (+ Versandkosten Inland 1,45 €, Ausland EU 4,50 €).
Wir danken folgenden Sponsoren, die den niedrigen Preis möglich machten: Richard Deuerling, Steinwiesen; Robert und Susanne Kaiser, Zeyern; Rainer Kober, Steinwiesen; Bob und Karin Neubeck, Steinwiesen; Raiffeisen-Volksbank Kronach-Ludwigsstadt; Roland Rauh, Küps; Fa. Schiffauer GmbH, Kronach; Heinz Schmidt, Kronach; Sparkasse Kulmbach-Kronach. bl
Quelle: Bernhardt Lang