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Winterchaos in Bayern mit fast 2000 Unfällen - Vier Tote am Wochenende durch witterungsbedingte Zusammenstöße - Viele Verletzte --Von Ulrich Meyer--

Stadtsteinach,So, 07.03.10 13:58
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL

Memmelsdorf/Tirschenreuth (ddp-bay). Die Rückkehr des Winterwetters hat Bayern am Wochenende in ein Verkehrschaos von nahezu beispiellosem Ausmaß gestürzt. Die Polizei registrierte nahezu 2000 Unfälle. Davon waren die meisten Blechschäden, es kamen aber auch vier Menschen auf schneeglatten Straßen ums Leben. Weit über 100 Personen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Auf Autobahnen und an Steigungen stellten sich zahlreiche Lastwagen quer. Ein Sattelzug durchbrach bei Würzburg ein Brückengeländer und stürzte zehn Meter in die Tiefe. Der Lkw blieb auf dem Dach liegen, der Fahrer wurde verletzt. Die Rettungs- und Räumdienste waren vor allem am Samstag im gesamten Freistaat im Dauereinsatz. Bei Memmelsdorf in Oberfranken kamen zwei 26 und 31 Jahre alte Männer ums Leben, die mit einem Kleinwagen in einer eisglatten Kurve auf die Gegenfahrbahn rutschten und dort mit einem anderen Auto zusammenstießen. Der Fahrer des anderen Autos erlitt leichtere Verletzungen. Im Landkreis Nürnberg kam eine 19-jährige Autofahrerin ums Leben, als ihr Wagen auf schneeglatter Fahrbahn ins Schlingern geriet und mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstieß. Der 55-jährige Fahrer des anderen Fahrzeugs überlebte schwer verletzt. Wegen zu hoher Geschwindigkeit geriet bei Tirschenreuth in der Oberpfalz ein 42 Jahre alter Kurierfahrer auf die Gegenfahrbahn. Der Klein-Lkw stieß dort frontal gegen einen mit vier Personen besetzten Wagen eines 48-Jährigen. Durch den Aufprall wurde der nicht angegurtete Kurierfahrer aus dem Lkw herausgeschleudert. Er starb noch am Unfallort. Der Fahrer des anderen Wagens wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen ins Klinikum Bayreuth gebracht. Seine 41-jährige Lebensgefährtin und seine beiden Neffen im Alter von sieben und acht Jahren erlitten ebenfalls schwere Verletzungen. Allein in der Oberpfalz registrierte die Polizei über 200 Winterunfälle. Bei einer Massenkarambolage mit 46 Autos auf der A 93 bei Schwandorf gab es mindestens 17 Verletzte. Unfallursachen waren nach Einschätzung der Polizei zu hohe Geschwindigkeit und zu geringer Abstand auf schneeglatter Fahrbahn. Auf der A 6 ereigneten sich zwischen Schmidgaden und Nabburg innerhalb kürzester Zeit acht Verkehrsunfälle. Neun Autos und sieben Lastwagen waren darin verwickelt. Drei Personen wurden verletzt, eine davon schwer. Auch in Oberfranken sorgte Wintertief «Yve» für Chaos auf den Straßen. Die Polizei zählte weit über 130 Unfälle. Besonders betroffen waren die Landkreise Hof und Wunsiedel im Fichtelgebirge. Dort gab allein auf den Autobahnen 9, 70, 72 und 93 rund 40 Karambolagen. Sämtliche Fahrzeugführer wurden wegen nicht angepasster Geschwindigkeit bei winterlichen Straßenverhältnissen angezeigt. Ihnen drohen nun jeweils 150 Euro Bußgeld und drei Punkte in Flensburg. Im Landkreis Coburg kam ein Rettungsfahrzeug im Einsatz bei Schneeglätte nicht mehr weiter. Erst als der Räumdienst eintraf, konnte der Patient in die Notaufnahme gebracht werden. In Unterfranken gab es am Wochenende rund 130 Unfälle, davon die meisten winterbedingt. In Mittelfranken waren es sogar über 300. Dabei gab es über ein Dutzend Verletzte. Mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen wurde der 69-jährige Fahrer eines offenen Sportwagens in ein Krankenhaus gebracht. Der Mann hatte auf der A 6 bei Schnelldorf mehrere Fahrzeuge überholt und war dabei ins Schleudern geraten. In Niederbayern wurden über 60 Unfälle registriert. Dabei gab es einige Leichtverletzte. Darunter waren auch zwei Polizisten. Ihr Streifenwagen wurde bei der Absicherung eines Unfalls auf der A 93 nahe Elsendorf von einem ins Schleudern geratenen Geländewagen gerammt. In Nordschwaben meldete die Polizei über 150 Verkehrsunfälle. Schwerpunkt war der Raum Augsburg. Insgesamt gab es 15 Leichtverletzte. Auch im südlichen Schwaben und im Allgäu waren fast alle Straßen spiegelglatt. In Sulzberg im Oberallgäu rutschte bei der Aufnahme eines Verkehrsunfalls ein bereits stehender Streifenwagen gegen ein anderes Auto. Auf der A 7 bei Woringen gab es eine Unfallserie mit vier beteiligten Fahrzeugen und acht Verletzten. Insgesamt meldete die Polizei im Allgäu bis zum Sonntagmittag 89 Unfälle mit vier Leichtverletzten. Im südlichen Oberbayern gab es über 200 Unfälle mit rund 30 Verletzten. Auf der B 472 geriet bei Warngau ein Doppeldecker-Reisebus mit 70 jugendlichen Skifahrern auf dem Weg in den Urlaub nach Österreich in Schleudern, prallte gegen eine Leitplanke und drohte umzustürzen. Die Insassen konnten den Bus unverletzt verlassen. Ebenfalls auf der B 472 kollidierte bei Ingenried ein Milchtanklastzug mit einem schleudernden Auto. Dabei wurden zwei Personen schwer und eine Person leicht verletzt. Im nördlichen Oberbayern zählte die Polizei 311 Unfälle mit 39 Leichtverletzten. Im Präsidiumsbereich München waren es rund 380 Unfälle, die meisten davon wohl witterungsbedingt. (Quellen: Polizei in Mitteilungen und auf ddp-Anfragen) ddp/ume/pon


Weitere Unfälle in Bildern
Unachtsamkeit und zu hohe Geschwindigkeit dürften die Ursache für einen folgenschweren Unfall am Freitagmorgen, 10. Februar, um 10:00 Uhr auf der A6 bei Wattenheim gewesen sein. (Foto: Polizei)Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Landstraße 495 bei Völkersweiler ist am Dienstagabend, 7. Februar, ein Autofahrer verstorben. (Foto: Polizei)Am frühen Montagabend, 30. Januar, kam es auf der Kreisstraße 27 zwischen Stade und Stadermoor zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem ein Autofahrer lebensgefährlich, einer schwer und zwei Autoinsassen leicht verletzt wurden. (Foto: Polizei)Am Morgen des 23. Januar 2012 ereignete sich auf der Bundesstraße 471 zwischen den Anschlussstellen Dachau-Mitte und Karlsfeld ein folgenschwerer Unfall. (Foto: Feuerwehr Dachau)Am Mittwochmorgen, 11. Januar, gegen 7.30 Uhr ereignete auf der Autobahn A8 in Fahrtrichtung München ein schwerer Verkehrsunfall. (Foto: KFV Dachau)

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