
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL
Stuttgart (ddp-bwb). Nach Bekanntwerden mehrerer Fälle sexuellen Missbrauchs an katholischen Schulen in Deutschland verweist die Diözese Rottenburg-Stuttgart auf ihren transparenteren Umgang mit dem Thema. «Die am 1. Oktober 2002 von Bischof Gebhard Fürst in Kraft gesetzten Regularien für den Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs durch Geistliche und andere Mitarbeitende haben sich nach der Erfahrung der vergangenen Jahre bewährt», teilte die Diözese am Donnerstag mit. Die Regularien gewährleisten demnach eine transparente Aufklärung für die Öffentlichkeit, verstärkten Opferschutz «sowie erforderliche Hilfe für Täter». In der Diözese bestehe strikte Anweisung an alle Mitarbeiter, über etwaige Fälle sofort den Bischof zu informieren. Laut einem Sprecher der Diözese gab es in den vergangenen Jahren mehrere Anzeigen, wobei es sich in einigen Fällen um falsche Beschuldigungen gehandelt habe. Insgesamt habe es einen Freispruch, ein Urteil und drei Strafbefehle gegeben. Zur kritischen Begleitung der Aufklärungsarbeit hatte der Bischof 2002 zudem eine «Kommission sexueller Missbrauch» eingesetzt. Es handle sich um die bundesweit erste Kommission dieser Art. Ihr gehören neben dem derzeitigen Vorsitzenden, dem ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten Robert Antretter, unter anderem leitende Verantwortliche der Diözese, ein Jurist des Bischöflichen Ordinariats, ein Diözesanrichter sowie ein psychiatrischer Sachverständiger an. In den vergangenen Tagen wurden bundesweit mehrere Fälle sexuellen Missbrauchs an katholischen Schulen bekannt. Betroffen sind unter anderem Schulen in Berlin und Hamburg, in Sankt Blasien im Erzbistum Freiburg sowie im Bistum Hildesheim. ddp/wld/fgr