
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL
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Markt Rettenbach (dapd-bay). Auf ihren schwarzen Bikerwesten prangt quer über den Rücken eine Aufschrift: «In Gedenken an Sepp, 17.04.2011». So trauern die Mitglieder des «Unterallgäuer Motorradclubs» um einen der ihren. Der zweifache Familienvater war im April nahe Markt Rettenbach mit seiner Maschine auf einer Ölspur ausgerutscht und tödlich verunglückt. Für die Polizei war damals schnell klar, dass der tödliche Unfall des 37-Jährigen vorsätzlich herbeigeführt worden war. Ein Unbekannter hatte in einem Umkreis von 20 Kilometern zehn Ölspuren auf verschiedenen Landstraßen im Allgäu gelegt. Vom Täter fehlt auch ein halbes Jahr nach dem Anschlag jede Spur. Jetzt soll eine aufgestockte Belohnung den erhofften Fahndungserfolg bringen. Zwtl.: Soko hat keine heiße Spur Die intensiven Ermittlungen der Sonderkommission «Ölfleck» bei der Memminger Kriminalpolizei waren bislang erfolglos. «Nein, wir haben keine heiße Spur», muss der Leiter der Soko, Winfried Weber, einräumen. Mehr als 180 Hinweise habe seine Ermittlungsgruppe bislang ohne Ergebnis abgearbeitet. Unter anderem befragte die Polizei die Anwohner der betroffenen Streckenabschnitte. Immer wieder gebe es zwar Tipps für die Beamten, sagt Weber. Doch eine Hausdurchsuchung in einem Weiler nahe Markt Rettenbach habe bislang ebenso wenig zur Ergreifung des Täters geführt wie jüngst die Überprüfung eines vorbestraften möglichen Verdächtigen aus der näheren Umgebung. Der 37-jähriger Motorradfahrer war an einem Sonntag auf einer der vorsätzlich gelegten Ölspuren ausgerutscht, gestürzt, gegen einen entgegenkommenden Wagen geprallt und noch an der Unfallstelle gestorben. Zwtl.: «Wir wissen nicht, ob er es nochmal tut» Für die Unterallgäuer Motorradfreunde hat sich seit dem Unfall ihres Freundes viel verändert. «Immer fährt das Gefühl mit, jeder könnte der Nächste sein, wir wissen ja nicht, ob er es nochmals tut», sagt Clubmitglied Tommy. In der zu Ende gehenden Motorradsaison 2011 ist vielen Bikern im Allgäu die Lust am Fahren vergangen. Einer der Motorradfreunde berichtet, er habe seine jährliche Fahrleistung von sonst 10.000 Kilometer auf gerade einmal 1.000 Kilometer reduziert. «Ich habe selbst zwei kleine Kinder, da denkst du dir die ganze Zeit, wenn dir selber so was passiert, das wäre schlimm», sagt der Mann. Dennoch schöpfen die Motorradfreunde des «Unterallgäuer Motorradclubs» jetzt wieder Hoffnung. Ein 58-jähriger Geschäftsmann aus Nordrhein-Westfalen hat dieser Tage die Belohnung für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, aufgestockt - von bislang 8.000 auf 50.000 Euro. «Da verspreche ich mir viel davon», meint Daniel, einer der Motorradfreunde. «Es könnte gut sein, dass einer doch noch den Mund aufmacht, wenn er soviel Geld sieht.» Tatsächlich hat die Polizei eigenen Angaben zufolge nach Bekanntwerden der stattlichen Belohnung bereits ein gutes Dutzend weiterer Hinweise erhalten. Die erhoffte heiße Spur jedoch war noch nicht dabei. dapd/wit/usc/nad /1