Planegg: Schüler bedroht Lehrer am Feodor-Lynen-Gymnasium - Am Feodor-Lynen-Gymnasium in Planegg ist es am Donnerstagmittag, 23. Juli, zu einem Polizeieinsatz gekommen. Gegen 12.00 Uhr erhielt die
Polizeiinspektion 46 (Planegg) einen Anruf von der Schule, dass im dortigen Lehrerzimmer ein
ehemaliger Angestellter eine Lehrerin mit einem Messer bedrohe.
Daraufhin wurden zahlreiche Einsatzkräfte zu dem Gymnasium beordert. Zwischenzeitlich hatte bereits die Schulleitung begonnen, die Klassenzimmer zu evakuieren. Insgesamt wurden etwa 1.000 Schüler in eine benachbarte Aula geleitet und dort von einem Schulpsychologen betreut. Die eintreffenden Polizeibeamten versuchten den Mann über einen Balkon in ein Gespräch zu verwickeln. Zwischenzeitlich waren auch ein Spezialeinsatzkommando und eine Verhandlungsgruppe des Zentralen
Psychologischen Dienstes der Bayerischen Polizei verständigt und auf dem Weg zum Einsatzort. Als der Mann, ein 38-jähriger Gelegenheitsjobber, das Messer kurz zur Seite legte, stürmten sechs Beamte der Polizeiinspektion Planegg in das Lehrerzimmer und überwältigten den Täter. Die Lehrerin erlitt aufgrund der Bedrohungslage einen Schock und musste vom Kriseninterventionsdienst des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) betreut werden, blieb aber sonst unverletzt.
Wie die ersten Ermittlungen vor Ort ergaben, hatten die geschädigte Lehrerin und ihr Lebensgefährte bereits im Mai eine Anzeige wegen Beleidigung und Bedrohung gegen den Arbeiter erstattet. Der Mann war als sog. Ein-Euro-Jobber für Büro- und Botengänge bei der Schule angestellt. Der offensichtlich psychisch auffällige Mann hatte sich dabei in die 27-jährige Spanisch-Lehrerin verliebt und sie mehrfach verbal belästigt und gegen ihren Willen kontaktiert. Diese Vorfälle hatten zur Folge, dass die Schulleitung das Arbeitsverhältnis mit dem Mann im Mai auflöste.
Gegen 11.00 Uhr erschien der Mann in der Schule, passte die Lehrerin vor dem Lehrerzimmer ab, packte sie am Handgelenk und bedrohte sie mit einem ca. 15 cm Küchenmesser, das er ihr ständig vor den Körper hielt. Anschließend dirigierte er sie in das Lehrerzimmer, um sich mit ihr „zu unterhalten“. Dort befanden sich weitere vier Lehrkräfte, die erfolglos auf den Mann einredeten, die Waffe weg zu legen. Ihnen gelang es schließlich über eine weitere Tür den Raum zu verlassen und die Schulleitung sowie die Polizei zu verständigen. Noch bevor die Spezialeinsatzkräfte in Planegg eintrafen, nutzten die Beamten der Polizeiinspektionen Planegg und Pasing eine günstige Gelegenheit, den Mann zu überwältigen und festzunehmen.
Der Einsatz war nach zirka einer Stunde beendet. Während der Verhandlung mit den Einsatzkräften forderte der 38-Jährige die Polizisten mehrfach auf, ihn „zu erschießen“.
Die Münchner Kriminalpolizei hat die Ermittlungen gegen den 38jährigen Deutschen aus dem südlichen Münchner Landkreis wegen Nötigung und Bedrohung aufgenommen. Eine Entscheidung, ob er in Haft geht oder in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen wird, steht noch aus.
Die ca. 1.000 Schüler wurden von der Schulleitung etwa eine halbe Stunde früher nach Hause entlassen. Ein Schulpsychologe und die Rektorin informierten sie über den erfolgreichen Ausgang des Polizeieinsatzes.
Quelle: Polizei
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