
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL
Koblenz (ddp-rps). Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat Anklage gegen vier mutmaßliche Mitglieder einer international agierenden Drogenbande erhoben. Den Niederländern im Alter von 61, 55, 29 und 23 Jahren wird vorgeworfen, in einem leerstehenden Hotel in Oberlahr (Landkreis Altenkirchen), einem Mehrfamilienhaus in Freilingen (Westerwaldkreis) und in einem Wohnhaus eines der Angeklagten im niedersächsischen Bad Bentheim professionelle Cannabis-Plantagen betrieben zu haben, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Horst Hund am Montag in Koblenz mitteilte. Die Ernte, die zwischen 2009 und 2010 mindestens 26 Kilogramm betragen haben soll, sollen sie in die Niederlande gebracht und dort verkauft haben. In den Niederlanden wird der Verkauf von Cannabis in kleinen Mengen in lizenzierten Coffeeshops zwar geduldet, der Großhandel und der Anbau sind jedoch weiterhin illegal. Das Verfahren gegen die vier Männer wurde zunächst aufgrund von Hinweisen eines gesondert verfolgten mutmaßlichen Mittäters verdeckt geführt. Im April durchsuchten die Ermittler die drei Anwesen und fanden dabei mehrere Tausend Cannabispflanzen, professionelle Ausrüstung für den Plantagenbetrieb und mehr als 200 Kilogramm abgeerntetes Marihuana. Danach wurden die vier Männer, die alle in Deutschland wohnen, festgenommen und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Der 55- und 23-Jährige sind weitgehend geständig, der 61-Jährige hat ein Teilgeständnis abgelegt. Der 29-Jährige bestreitet jegliche Tatbeteiligung. Er hatte bis zu seiner Verhaftung in seinem Geschäft in den Niederlanden Zubehör für Indoor-Plantagen verkauft. Für die Hauptverhandlung vor dem Landgericht Koblenz gibt es noch keinen Termin. Mögliche Straftaten in den Niederlanden werden in Koblenz nach Angaben von Oberstaatsanwalt Hund nicht angeklagt. ddp/ali/kos
Quelle: ddp