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Dachauer Todesschütze in Untersuchungshaft - Ermittlungsrichter erlässt gegen 54-Jährigen Haftbefehl wegen Mordes - Blumen vor dem Gerichtsgebäude -- Von Petr Jerabek und Till Erdtracht -- (mit Bild/Hintergrund/Interview)

München (Stadt), Do. 12.01.12 19:02
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL

München (dapd-bay). Nach den tödlichen Schüssen auf einen Staatsanwalt im Dachauer Amtsgericht sitzt der Täter nun in Untersuchungshaft. Ein Ermittlungsrichter erließ am Donnerstag in München gegen den 54 Jahre alten früheren Dachauer Transportunternehmer Haftbefehl wegen Mordes und versuchten Mordes. Zu seiner Tat schweigt der Mann bislang: «Er hat sich nicht geäußert», sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München II, Andrea Titz, am Donnerstag.Der 54-Jährige wurde in die Justizvollzugsanstalt Stadelheim in München gebracht. Er soll laut Titz psychiatrisch untersucht werden - «wie immer bei solchen Schwerverbrechen».Der 54-Jährige hatte sich am Mittwoch vor dem Dachauer Amtsgericht verantworten müssen, weil er Sozialversicherungsbeiträge nicht gezahlt hatte. Während der Urteilsverkündung zog er eine Pistole und feuerte mindestens einen Schuss in Richtung Richter ab, verfehlte diesen aber. Anschließend schoss er mindestens zweimal auf den Staatsanwalt, wie die Ermittler am Donnerstag präzisierten. Der 31-Jährige starb etwa 40 Minuten nach den Schüssen in einem Krankenhaus.Zwtl.: «Verbal aggressiv» und «gereizt»Das Transportunternehmen des Mannes existierte nach Angaben der Staatsanwältin nicht mehr. Zu Medienberichten, denen zufolge der 54-Jährige mit seiner Firma aus gesundheitlichen Gründen Insolvenz angemeldet hatte, konnte sie nichts sagen.Nach Angaben des bayerischen Justizministeriums war der Angeklagte während der Verhandlung gegen ihn «verbal aggressiv» und «gereizt». Es habe aber keine Anhaltspunkte gegeben, dass der Mann gewalttätig werden könne. Er sei zuvor auch in keine Strafprozesse verwickelt gewesen.Vor dem Gerichtsgebäude in Dachau, in dem sich die blutige Tat ereignet hatte, lag am Donnerstag ein Blumenstrauß mit weißen Blüten. Weite Sitzungen werden beim Amtsgericht Dachau in dieser Woche nicht abgehalten.Zwtl.: Tiefe BetroffenheitBayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) drückte erneut ihre «tiefe Betroffenheit» und «Fassungslosigkeit» über die Tat aus. Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zeigte sich betroffen über den gewaltsamen Tod des Staatsanwalts: «Ich bin über diese unfassbar brutale Tat entsetzt und schockiert.»Der Dachauer Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) bezeichnete es als «tragisch», dass ein junger Mensch bei Ausübung seines Berufs gestorben sei. «Da fehlen einem wirklich die Worte», sagte er der Nachrichtenagentur dapd.Bürgel erläuterte, er sei selbst Anwalt und kenne das Dachauer Amtsgericht aus seinem Berufsleben «wie meine Westentasche». In den vergangenen Jahren gab es laut Bürgel keine Probleme mit Gewalt am Dachauer Amtsgericht. «Mir persönlich sind keine Probleme bekannt.» Er erinnere sich lediglich an einen Fall aus dem Jahr 1980, als ein Mann mit einer Gaspistole um sich geschossen habe.(Gesamtzusammenfassung bis 1800, 60 Zeilen)Bildhinweis: 120112REG109dapd / T2012011151835 / pje / it/ /1



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