Miriam Höller im Playboy: Stuntfrau und Ex-GNTM-Kandidatin - Miriam Höller wurde 1983 in Mülheim an der Ruhr geboren. Nach einer Lehre zur Sport- und Fitnesskauffrau ließ sie sich zur Stuntfrau ausbilden. Im Jahr 2010 nahm sie an der fünften Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ teil und sorgte durch ihre selbstbewusste und wenig mädchenhafte Art für Aufsehen. Wenn sie in ihrer Freizeit nicht mit dem Motorrad unterwegs ist, geht sie am liebsten Fallschirmspringen. Sie lebt in Schermbeck (Nordrhein-Westfalen).
Playboy: Frau Höller, Sie haben als Stuntfrau angefangen, bekannt wurden Sie aber mit Ihrer Teilnahme bei „Germany’s Next Topmodel“. Was macht Ihnen mehr Spaß: brennend vor der Kamera zu stehen oder in Highheels auf dem Laufsteg?
Höller: Am liebsten brennend mit Highheels auf dem Laufsteg! Wenn ich für eine normale Modenschau gebucht werde, macht mir das zwar auch Spaß, aber am liebsten verbinde ich beides miteinander. Ich würde jedoch nie meinen Stuntjob für das Modeln aufgeben.
Playboy: Was geht einem durch den Kopf, wenn die eigenen Beine in Flammen stehen?
Höller: Der erste Reflex ist, das Bein wegzureißen. Als ich den Stunt zum ersten Mal ausprobiert habe, dachte ich nur: Schnell! Löschen! Das Wichtigste in so einem Moment ist aber: Ruhe bewahren.
Playboy: Und das klappt mittlerweile?
Höller: Ich habe Vertrauen zum Feuer gewonnen. Natürlich kommt diese Adrenalinausschüttung,
aber die muss man in Konzentration umwandeln: Zum einen müssen die Posen und der Gesichtsausdruck für den Fotografen stimmen, gleichzeitig muss ich aber auf die Hitzeentwicklung achten. Man trägt ja dieses Brandgel auf die Haut auf. Das fühlt sich zuerst eiskalt an, dann wird es immer wärmer, und wenn es richtig heiß ist, dann sollte man löschen – sonst verbrennt die Haut.
Playboy: Was für die Modelkarriere nicht so förderlich wäre . . .
Höller: Bisher ist zum Glück alles gutgegangen. Aber Feuerstunts gehören eben zu den schwierigsten und gefährlichsten Stunts überhaupt. Und die nackte Haut anzuzünden – und nicht nur die Klamotten, die man trägt –, das ist die Königsdisziplin.
Playboy: Wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, Stuntfrau zu werden?
Höller: Ich habe schon als Kind lieber mit Autos gespielt als mit Puppen, bin am liebsten im Wald herumgelaufen und kam hin und wieder mit einem gebrochenen Arm oder anderen Blessuren nach Hause. Meinen Eltern war schon früh klar: Entweder wird sie lesbisch, oder sie macht mal
einen Männerjob.
Playboy: Apropos Männerjob: Wie wurden Sie denn anfangs als Frau von den ganzen Kerlen um Sie herum behandelt?
Höller: Man muss sich das vorstellen wie auf einer Kegeltour: Da wird über Frauen gelästert, es werden dreckige Witze gemacht, und es wird nicht geheult, wenn mal was schiefgeht. Aber ich komme grundsätzlich besser mit Männern zurecht als mit Frauen. Dieses Ehrliche unter Männern, das gefällt mir sehr.
Playboy: Was ist bei Frauen anders?
Höller: Bei Frauen ist leider der Neidfaktor größer: Wer ist die Hübschere? Wer hat mehr Erfolg? Frauen vergleichen sich häufiger untereinander und haben dadurch mehr Probleme.
Playboy: Wie reagieren die Männer auf Ihr selbstbewusstes Auftreten?
Höller: Die einen sagen: „Super, endlich mal eine Frau, mit der du Spaß haben kannst.“ Die anderen denken sich: „Ich würde nie eine Frau zu Hause haben wollen, die mich so fordert.“ Die wollen lieber eine, die daheim auf die Möbel aufpasst und kocht.
Playboy: Wann standen Sie denn zuletzt für Ihren Liebsten am Herd?
Höller: Ich glaube, ich stand in den letzten 23 Jahren kein einziges Mal am Herd. Allein beim Gedanken daran, Spaghetti aufzusetzen und nebenher gleichzeitig die Soße zu machen, bekomme ich Schweißausbrüche. Für mich ist Kochen purer Stress.
Playboy: Was muss ein Mann haben, um Sie schwach werden zu lassen?
Höller: Ich stehe auf Narben. Wenn ein Mann Narben hat, dann hat er was zu erzählen, dann hat er ein aufregendes Leben. Ich mag Männer, die unrund sind, die Fehler haben, die ein bisschen verlebt sind. Die sind mir viel lieber als diese geschniegelten, gegelten Typen, die Angst davor haben, sich ihre Schuhe schmutzig zu machen.
Playboy: Müssen Männer mutig sein?
Höller: Ja klar. Das ist doch total sexy, wenn sich ein Mann in die Fluten stürzt, um dich zu retten, anstatt sein teures Handy zu zücken und den Notruf zu verständigen. Aber Männer müssen vor allem den Mut haben, auch mal etwas anzupacken, das in die Hose gehen kann. Sei es ein neuer
Job oder ein Flirtversuch mit einer Frau, die man toll findet.
Playboy: Gibt es etwas Schlimmeres als feige, langweilige Männer?
Höller: Ja! Feige, langweilige Männer mit ungepflegten Händen. Das ist noch schlimmer.
Playboy: Wie mutig sind Sie selbst beim Flirten?
Höller: Ich zeige schon sehr klar, was ich möchte. Allerdings lasse ich die Männer dann meist kommen. Das Schöne bei uns Frauen ist ja, dass wir euch Männer denken lassen, ihr hättet die Oberhand.
Playboy: Und da liegen wir falsch?
Quelle: Playboy
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