
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL
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Lörrach (dapd-bwb). Die Polizei in Lörrach hat inzwischen alle Waffen gefunden, die auf dem Waffenschein der Amokläuferin von Lörrach eingetragen waren. Die drei Gewehre, die außer der Tatwaffe auf dem Waffenschein standen, seien seriös und sicher in einem Waffenschrank außerhalb von Lörrach aufbewahrt gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Ein entfernter Bekannter der Frau habe die Aufbewahrungsmöglichkeit vermittelt. Personen, die von dem Aufbewahrungsort wussten, hätten sich nun bei der Polizei gemeldet. Seit Mittwochmorgen seien die Waffen in der Obhut der Polizei. Die Grünen wollen die Verantwortung des Landratsamtes für die Tat geklärt haben. Bei dem Amoklauf einer 41-jährigen Rechtsanwältin am Sonntag in Lörrach waren vier Menschen ums Leben gekommen. Die Frau erschoss zunächst ihren getrennt lebenden 44-jährigen Ehemann, schlug danach vermutlich den gemeinsamen fünfjährigen Sohn bewusstlos und erstickte ihn, bevor sie die Wohnung in Brand setzte. Danach begab sie sich in ein nahe gelegenes Krankenhaus. Auf dem Weg dorthin beschoss sie mehrere Passanten, wobei sie zwei Männer traf. Im Krankenhaus ging sie zur gynäkologischen Abteilung, wo sie einen 56-jährigen Krankenpfleger mit Messerstichen und Schüssen tötete. Bei einem Schusswechsel mit der Polizei wurde die Frau von 17 Kugeln getroffen und starb daraufhin. Zwtl.: Grüne kritisieren Landratsamt Der innenpolitische Sprecher der Grünenfraktion im Landtag, Uli Sckerl, sagte, der Täterin hätten längst alle ihre vier Waffen "entzogen werden können, ja müssen". Das Landratsamt als Untere Waffenbehörde habe 2009 eine Eignungsprüfung bei der Frau durchgeführt. Dabei sei aber offensichtlich nicht von der Möglichkeit des Waffengesetzes Gebrauch gemacht worden, neben der Eignung auch das Fortbestehen des Bedürfnisses zum Waffenbesitz zu überprüfen. "Die Frage muss beantwortet werden, warum das unterlassen wurde", sagte Sckerl. Hintergrund der Tat sind offenbar Beziehungsprobleme, das Paar hatte sich erst im Juni getrennt. Das gemeinsame Kind lebte beim Vater in Häg-Ehrsberg, die Mutter wohnte in ihrer gleichzeitig als Anwaltskanzlei genutzten Wohnung in Lörrach. Dort war das Kind am Sonntag zu Besuch. Als der Vater es abholen wollte, ereignete sich das Drama. Zwtl.: Vergangenheit der Täterin in Mosbach wird beleuchtet In die Ermittlungen zum Hintergrund ist jetzt auch die Polizei in Mosbach eingeschaltet worden. Wie ein Lörracher Polizeisprecher dem SWR sagte, gehe es darum, die Vergangenheit der Täterin zu beleuchten. Die Rechtsanwältin habe in den 90er Jahren ihr Referendariat bei den Mosbacher Justizbehörden absolviert, und in dieser Zeit offenbar auch in unmittelbarer Nähe zum Justizgebäude gewohnt. Bis 1996 sei sie Mitglied eines Mosbacher Schützenvereins gewesen. Eine öffentliche Trauerfeier für die Opfer der Bluttat wird es nicht geben. Die Angehörigen des 56-jährigen Krankenpflegers wollten dies nicht, sagte ein Stadtsprecher. Wann und wo die Beisetzung des Mannes stattfinde, werde nicht bekanntgegeben. Die Anteilnahme mit der Familie des 56-Jährigen ist indes groß. Auf dem Spendenkonto der Stadt Lörrach für die Angehörigen des Krankenpflegers sind bereits 11.000 Euro eingegangen. Ein Sprecher der Stadt sagte am Donnerstag auf dapd-Anfrage, die größte Einzelspende habe 3.000 Euro betragen. Im elektronischen Kondolenzbuch gebe es 252 Einträge. (Quellen: alle auf Anfrage oder in Mitteilungen, Polizeisprecher Lörrach im SWR) dapd/mje/iha /3
Quelle: dapd
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