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Nachrichten aus WülfrathChemieunfall in Wülfrath - 53 Verletzte
Nachrichten von Stefan_Weinzierl
Wülfrath, Mo, 25.08.08 14:30 Bei einem Chemieunfall bei der Firma ASK Chemicals in der Dieselstraße in Wülfrath ist es am Montagvormittag, 25. August, gegen 11.00 Uhr zu einem unkontrollierten Austritt eines gasförmigen chemischen Zwischenproduktes mit dem Namen Dicyclopentadien high purity gekommen. Das Gas hat sich mit Regen und Luftfeuchtigkeit zu einem ölähnlichen Belag verbunden und hat den Bereich des Industriegebietes an der Dieselstraße kontaminiert. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind ca. 300 Liter des Stoffes ausgetreten. Der Gasaustritt ist gestoppt. Der Stoff kann zu Reizungen der Atemwege, Augen und Haut führen. Zwischenzeitlich hat sich die Zahl der Verletzten auf insgesamt 53 erhöht. Nach bisherigen Erkenntnissen werden vermutlich 3 Menschen zunächst stationär in Krankenhäusern verbleiben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Firma. Das Gas hat sich verflüchtigt. Eine Gefährdung besteht aktuell nicht mehr. Nach Auskunft der Einsatzleitstelle der Feuerwehr sind Gärten und Balkone in der Nähe der Unglücksstelle sowie die dortige Kanalisation nicht kontaminiert. Ab ca. 19.00 Uhr konnte das Industriegebiet an der Dieselstraße in Wülfrath wieder befahren werden. Im Einsatz befanden sich ca. 150 Feuerwehrleute aus Wülfrath, Velbert und Ratingen sowie ca. 40 Polizeibeamte der KPB Mettmann. Zwischenzeitlich hatte sich herausgestellt, dass der ausgetretene Stoff ein erhebliches Gefahrenpotential birgt. Bei Kontakt kann es u.a. zu starken Atembeschwerden bis hin zu Atemlähmungen innerhalb der nächsten 48 Stunden kommen. Menschen, die sich am Montagvormittag, 25. August, nach 10.30 Uhr im Bereich des Industriegebiets auf der Dieselstraße in Wülfrath aufgehalten und den Bereich unkontrolliert verlassen haben, sollten sich bei der Feuerwehr Wülfrath, Tel.: 02058 / 924466, melden und beim geringsten gesundheitlichen Problem unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben. Im Bereich des Kreisverkehrs Dieselstraße / Nevigeser Straße in Wülfrath wurde aktuell von der Feuerwehr eine Schleuse eingerichtet, durch die Anwohner und im Industriegebiet Beschäftigte, die keine gesundheitlichen Probleme haben, den Bereich verlassen konnten. Menschen, bei denen sich Gesundheitsprobleme eingestellt haben, konnten sich unmittelbar zur Fa. Migua, Wülfrath, Dieselstr. 20, begeben, dort wird ein ärztlicher Dienst vorgehalten. Es wird darauf hingewiesen, dass der ausgetretene Stoff auch Gummi und somit insbesondere auch Autoreifen angreifen kann. Nicht dekontaminierte Fahrzeuge sollten daher im Hinblick auf die Bereifung überprüft werden. Nach Angaben des betroffenen Chemie-Unternehmens Ashland Süd-Chemie Kernfest GmbH (ASK) war bei der Produktion eine Überdruck-Sicherung gebrochen. Zwar sei der Stoff in einen vorgesehenen Auffangbehälter geflossen. Jedoch sei zugleich eine gasförmige Wolke entwichen. "Die Anlage wurde umgehend abgefahren und in einen sicheren Betriebszustand geführt. Ein weiterer Austritt aus der Anlage ist ausgeschlossen", sagte ein Unternehmenssprecher. "Zu der genauen Ursache des Ereignisses können derzeit noch keine Angaben gemacht werden." Neuen Kommentar schreibenWeitere Nachrichten aus Wülfrath
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