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Nachrichten aus Straubing-BogenPolizei und Staatsanwaltschaft überführen siebenköpfige Diebesbande - weit über 300 Straftaten in ganz Ostbayern begangen
Nachrichten von frischheinz
Straubing-Bogen, Di, 22.07.08 12:24 In einem mehrmonatigen, aufwändigen Ermittlungsverfahren hat eine Arbeitsgruppe der Polizei Bogen eine siebenköpfige Diebesbande überführen können. Die fünf Männer und zwei Frauen hatten im letzten Jahr über mehrere Monate hinweg Postdiebstähle und zahlreiche andere Straftaten begangen. Derzeit liegen Polizei und Staatsanwaltschaft 336 Fälle vor. Neben den organisierten Bandendiebstählen hatten die jungen Leute auch das Briefgeheimnis verletzt, Beleidigungen und Sachbeschädigungen begangen, sowie Urkunden gefälscht und Betrügereien begangen. Die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsdienst der Deutschen Post AG erleichterte die Recherchen der Behörden erheblich. Im November 2007 war bei der Polizeiinspektion Bogen eine Anzeige der Deutschen Post AG eingegangen, dass in Niederwinkling (Landkreis Straubing-Bogen) möglicherweise am 10.11.07 ein Briefkasten unberechtigt geöffnet worden war. Den entscheidenden Hinweis dazu hatte ein 12-jähriger Bub aus dem Landkreis gegeben, dem aufgefallen war, dass die – zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten – Täter bei der Entleerung des Postkastens "unübliche Vorgehensweisen" zeigten. Aufgrund der recht detaillierten Zeugenangaben leitete die Bogener Polizei sofort nachhaltige Ermittlungen ein, die über ein Autokennzeichen zu einem 24jährigen Mann aus dem Landkreis Straubing-Bogen führten, der sich später als der Kopf der Bande herauskristallisierte. Die Staatsanwaltschaft Regensburg – Zweigstelle Straubing – beantragte sofort die erforderlichen Durchsuchungsmaßnahmen, die dann am 29. November 2007 durchgeführt wurden. Nach Auffinden von entsprechendem Beweismaterial wurde der 24jährige an seinem Arbeitsplatz festgenommen und führte die Ermittler mit seinem Teilgeständnis zu weiteren Mittätern, zwei 20- und 22jährigen Männern, ebenfalls aus dem Landkreis Straubing-Bogen. Auch mit der Festnahme der Mittäter erhielten die Ermittler wichtige Hinweise, so dass letztlich insgesamt sieben Bandenmitglieder recherchiert werden konnten. Es handelt sich um fünf Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 20 und 25 Jahren, die allesamt aus dem Landkreis Straubing-Bogen stammen. Von polizeilicher Seite aus bearbeitete eine Arbeitsgruppe bei der Polizeiinspektion Bogen den aufwändig zu recherchierenden Fall, die Staatsanwaltschaft Regensburg – Zweigstelle Straubing – übernahm sofort die Bearbeitung eines Sammelverfahrens. Im Verlauf der Ermittlungen führten die Täter die Polizeibeamten zu zahlreichen Tatorten in ganz Ostbayern, darunter auch bspw. in Atting, Rain, Perkam, Aholfing, Kirchroth, Wörth, Pfatter, Sünching, Geiselhöring, Salching und Leiblfing. Es konnte herausgebracht werden, dass die Tätergruppe Briefkästen mit gestohlenen Briefkastenschlüsseln geöffnet hatte und die herausgenommene Post geöffnet oder auch mitgenommen hatte. Im Postzustellstützpunkt Geiselhöring gaben die Täter „gebührenfrei“ Paketsendungen auf und öffneten unberechtigt Pakete und entwendeten oder verunreinigten deren Inhalte. In einem Fall kam so auch eine Jagdflinte weg, die später beim Kopf der Bande, dem 24jährigen Mann, aufgefunden und sichergestellt wurde. Ermittelt werden konnte auch, dass die Tätergruppe zahlreiche Radkappendiebstähle durchführte, im Zuge von Durchsuchungsmaßnahmen wurden hier in einer Scheune versteckt etwa 50 Radkappensets aufgefunden. Bei allen Tatverdächtigen konnten Polizei und Staatsanwaltschaft letztlich belastendes Beweismaterial sicherstellen. Zum Teil wurde die ergaunerte Ware auch in einem Internet-Auktionshaus versteigert und die „Gewinne“ auf einem eigens dafür angelegten Girokonto verbucht. Die achtmonatigen Ermittlungen ergaben, dass es sich eindeutig um eine bandenmäßige Begehung von Straftaten handelte. Die Tätergruppe wollte augenscheinlich damit einen Teil ihres Lebensunterhaltes bedingen. Als „Chef“ der Bande fungierte dabei der 24jährige Mann aus dem Landkreis Straubing-Bogen, der sich im Verlauf der Straftatenserie bei seinen Mittätern auch durch „Gaudieinlagen“ (verfälschte Briefsendungen, sinnlose Rücksendungen und Spaßtelefonanrufe) ein „cooles Image“ erwarb. Als „Postsachverständiger“ fungierte ein 22jähriger aus dem Landkreis Straubing-Bogen, der den Zugang zum Postzustellstützpunkt in Geiselhöring möglich machte. Der Mann verlieh auch seine Arbeitsbekleidung an Mittäter. Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln jetzt wegen 336 Straftaten gegen die sieben Tatverdächtigen. Unter anderem werden ihnen folgende Taten vorgeworfen: Bandendiebstahl, Verletzung des Briefgeheimnisses, Beleidigung, Sachbeschädigung, Betrug, Urkundenfälschung, Amtsanmaßung, Untreue, Vortäuschen einer Straftat, Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses u. a. Der insgesamt angerichtete Schaden wird auf rund 30.000 Euro geschätzt.Neuen Kommentar schreibenWeitere Nachrichten aus Straubing-Bogen
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