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Münchens Umweltzone: Gut gemeint aber nicht gut gemacht?


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Seit dem 1. Oktober hat nun auch München eine umstrittene Umweltzone. Fahrzeuge ohne eine Umweltplakette dürfen diese Zone innerhalb des Mittleren Rings nicht mehr befahren.
Bei Zuwiederhandlung drohen 40,00 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg, sogar wenn das Fahrzeug die Zone aufgrund seiner Emissionswerte hätte befahren dürfen. Allerdings hat der Stadtrat eine 3 monatige Kulanzregelung bis Ende des Jahres beschlossen, in der sündige Autofahrer lediglich eine Verwarnung erhalten. Davon machten auch zahlreiche Autofahrer zumindest am ersten Tag noch Gebrauch. Eine einstündige Zählung am Mittwochmorgen innerhalb der Umweltzone auf der Reichenbachbrücke, einer der großen Einfallrouten in die Innenstadt ergab satte 35% Fahrzeuge ohne Plakette für die Umweltzone.

Umstrittene Effektivität
Die Umweltzone im München soll gegen den krebserregenden Feinstaub helfen. Ob sie allerdings etwas bringen wird, wird von vielen Seiten bezweifelt. "Fahrverbote sind keine Antwort auf die Feinstaubproblematik," so ADAC Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker: "Sie stellen lediglich einen unangemessenen und unverhältnismäßig starken Eingriff in die Mobilität der Bürger dar und werden deshalb von uns abgelehnt. Außerdem verursachen sie einen enormen Verwaltungsaufwand."

Hauptkitikpunkt des ADAC ist, dass PKW für nur 5% des Feinstaubs in den Städten verantwortlich sind. Trotzdem müssen alleine in Deutschland mindestens 47 Millionen PKW Besitzer eine Plakette kaufen. Geht man von einem Preis von nur 5 Euro aus entsteht eine Belastung der Privathaushalte von 235 Millionen Euro. Ganz zu schweigen von den Kosten für die neuen Verkehrsschilder und die spätere Überwachung. Sieht man sich an, wieviele PKW eine grüne Plakette tragen, muss man in der Tat bezweifeln, dass die Umweltzone die Luftqualität verbessern wird. Ein Großteil der Fahrzeuge, bis 2010 sogar alle Fahrzeuge mit roter, gelber oder grüner Plakette, dürfte auch bei hoher Feinstaubbelastung weiterhin fahren.Außerdem weichen zahlreiche Ausnahmen für den Lieferverkehr und anderen notwendigen Verkehr die Wirksamkeit weiter auf.

Der ADAC hält die Zone innerhalb des verkehrsreichen Mittleren Rings - der übrigens selbst nicht mehr zur Umweltzone gehört, für zu klein, um einen ausreichenden Effekt zu erzielen. Damit eine Verbesserung der Luftwerte eintritt, müßte der Bereich so laut dem Verkehrsclub so groß sein, dass das öffentliche Leben zum erliegen kommen würde.

Immerhin die Feinstaubbelastung selbst heißt die Umweltzone willkommen. Sie wurde am 30. Septmber zum 36. mal in diesem Jahr der zulässigen Grenzwert überschritten. Erlaubt sind 35 Überschreitungen pro Jahr.


Wo kann man Plaketten bestellen
Plaketten erhalten sie bei Autohändlern und beim Tüv. Bei unseren eigenen Käufen haben wir dabei bis zu 5 Euro gezahlt. Gute Kunden erhalten die Plakette aber auch mal umsonst. Von wesentlich teureren Angeboten sollte man die Finger lassen. Auch online kann man die Plakette bestellen, beispielsweise unter www.muenchen.de

Für welche Fahrzeuge gilt die Regelung?
Die Umweltzonenregelung gilt für alle PKW, LKW und Busse, auch aus dem Ausland. Ausgommen sind Fahrzeuge mit Elekroantrieb und zwei, sowie dreirädrige Kraftfahrzeuge. Auch Oldtimer mit entsprechendem Kennzeichen sind von der Plakettenpflicht befreit. Bei Quads entscheidet die Zulassung über die Plakettenpflicht.

Gibt es Ausnahmen?
Ja, und zwar zahlreiche. PKW Fahrer die keine Plakette bekommen, können unter bestimmten Umständen Ausnahmegenehmigungen beantragen. So gibt es beispielsweise Ausnahmeregelungen für den Lieferverkehr und für Personen, die aus gesundheitlichen Gründen auf ihr Auto angewiesen sind. Aber auch Schichtarbeiter, die nicht mit öffentlichen Verkehrsmittel fahren können, können eine Ausnahmegenehmigung für die Umweltzone bekommen.

Fahrzeuge aus dem Ausland
Auch alle im Ausland zugelassenen Fahrzeuge müssen übrigens eine Plakette für die Umweltzone in die Windschutzscheibe kleben. Am besten sollten Plaketten übers Internet bestellt werden. Denn außerhalb der Öffnungszeiten von Werkstätten gibt es keine Möglichkeit die Plaketten zu kaufen. Über die nötigen Unterlagen informieren Bestellseiten, sowie der ADAC. Auch einige Hotels innerhalb der Umweltzone haben angekündigt Ihre Gäste zu unterstützen.
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