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Internationale Polizeizusammenarbeit beendet schwunghaften Handel mit verbotenen Dopingmitteln


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Nach intensiven und monatelangen Ermittlungen und internationaler Zusammenarbeit ist den Kriminalpolizeien und Staatsanwaltschaften in Linz und Deggendorf, sowie mehreren weiteren beteiligten Polizeidienststellen ein erfolgreicher Schlag gegen den illegalen Handel mit verbotenen Dopingmitteln gelungen.

Mit der Festnahme der beiden Haupttäter durch österreichische Spezialeinheiten Anfang Mai 2008 konnten die beiden "Köpfe" des illegalen Handels dingfest gemacht werden. Bei anschließenden Durchsuchungen stellte die Polizei in den Wohnungen der beiden in Oberösterreich große Mengen - rund 40.000 Einzelpräparate - sicher, vornehmlich handelte es sich dabei um sog. anabole Steroide, die laut Dopingmittel-Verordnung und auch nach dem Arzneimittelgesetz verboten sind. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft in Linz saßen die beiden Männer seit Mai In Österreich in Untersuchungshaft ein und haben zum Teil umfangreiche Geständnisse abgelegt. Die derzeit immer noch andauernden Ermittlungen sind jetzt in einem Stadium, in dem eine Veröffentlichung durchgeführt werden konnte und richten sich jetzt noch gegen eine Vielzahl von Wiederverkäufern und Abnehmern der verbotenen Mittel auch in Niederbayern.

Begonnen hatten die Ermittlungen der Kripo in Deggendorf mit konkret vorliegenden Erkenntnissen, dass ein 40-jähriger Mann aus Oberösterreich in verschiedenen Fitnessstudios im Raum Deggendorf, Plattling und im Bayerischen Wald einen illegalen Handel mit verbotenen Dopingmitteln betreibt. In den Studios soll der Täter gezielt potentielle Kunden angesprochen und auch für den Weiterverkauf seiner "Produkte" geworben haben. Bei entsprechender Abnahme wurden "Vorzugspreise" versprochen. Die Kripo in Deggendorf veranlasste sofort umfangreiche Ermittlungen und stellte fest, dass es sich bei den beworbenen Mitteln um illegale Dopingmittel, sog. anabole Steroide, handelte. Diese sind nach dem Übereinkommen gegen Doping sowie auch nach dem Arzneimittelgesetz nicht zugelassen und nicht verkehrsfähig.

Nachdem man wusste, dass neben dem 40-jährigen auch noch ein Hintermann als Beschaffer agierte, wurden die Recherchen nochmals intensiviert. Recht schnell kristallisierte sich heraus, dass es sich dabei um einen ebenfalls aus Oberösterreich stammenden, 36-jährigen Bodybuilder handelte, der sich aber die meiste Zeit in den USA aufhielt.

Anfang Mai war nach Erkenntnissen der Ermittler von Kripo Deggendorf und LKA Oberösterreich wieder eine Übergabe von Mitteln geplant. Kriminalbeamte aus Deggendorf reisten deshalb nach Österreich und arbeiteten Hand in Hand mit den Fahndern des LKA Linz und den Staatsanwaltschaften in Linz und Deggendorf. Zwischen Altenfelden in Oberösterreich und der Fahrt in Richtung Grenze nach Bayern griffen dann die bereit stehenden österreichischen Spezialeinheiten zu und nahmen die beiden Männer auf frischer Tat fest. Bei im Anschluss durchgeführten Wohnungsdurchsuchungen konnten die Fahnder große Mengen an Beweismitteln sicherstellen. Es wurden fast 2.500 Asservate in Form von Ampullen, Stechflaschen und Tabletten konfisziert. Die Gesamtzahl der Einzelpräparate belief sich auf über 40.000 Einzelmittel, teilweise befanden sich bis zu 500 einzelne Tabletten in den Verpackungen. Sichergestellt werden konnten in den Wohnungen auch rund 17.000 Euro an Bargeld, das zur Gewinnabschöpfung behördlich einbehalten wurde.

Zudem fanden die Polizisten in einer Wohnung in Altenfelden eine scharfe Pistole mit Schalldämpfer und Lasereinrichtung, sowie Munition und diverse Schwerter und Kampfmesser. Der 40-jährige Festgenommene legte aufgrund der erdrückenden Beweislast ein umfangreiches Geständnis ab, der 36-jährige Lieferant räumte ebenfalls zahlreiche Taten ein. Gegen beide Männer wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Linz durch einen Ermittlungsrichter die Untersuchungshaft angeordnet.

Die Ermittlungen wurden dann zügig fortgeführt und durch die Staatsanwaltschaft Deggendorf acht richterliche Durchsuchungsbeschlüsse für Abnehmer der Anabolika in den Landkreisen Deggendorf, Dingolfing-Landau, Cham, Freyung-Grafenau und Passau beantragt. Bei den Durchsuchungen wurden wiederum mehrere hundert Anabolikaprodukte aufgefunden und sichergestellt. Quasi als "Zufallsfund" wurden bei einem der Abnehmer im Landkreis Deggendorf in dessen Garage Waffen, die evtl. dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegen, aufgefunden. Darunter waren unter anderem Teile eines MG 42, scharfe Haubitzenmunition und Tellerminen. Das Bayerische Landeskriminalamt in persona der Spezialisten der Technischen Sondergruppe kam vor Ort und sicherte die Waffen und nahm sie für weitere Untersuchungen mit.

Nach den Durchsuchungsmaßnahmen ergaben sich bei den Ermittlern der Deggendorfer Kriminalpolizei eindeutige Hinweis, dass mehrere der Abnehmer in Niederbayern auch als Wiederverkäufer fungierten. Derzeit ermitteln Kripo und Staatsanwaltschaft Deggendorf gegen insgesamt 17 Personen aus Niederbayern. Die Beschuldigten stammen aus der Kraftsport- und Türsteherszene, wobei einige von ihnen den Sport auch wettkampfmäßig betrieben. In einigen Fällen ergaben sich auch Verknüpfungen zur Betäubungsmittelszene.

Die Gesamtermittlungen sind noch nicht abgeschlossen und werden sich noch über mehrere Monate hinweg hinziehen. Im gesamten Verfahren arbeiteten sowohl Kripo wie auch Staatsanwaltschaft Deggendorf sehr eng mit den österreichischen Fahndern des LKA Oberösterreich und der Staatsanwaltschaft in Linz zusammen und betrieben Parallelverfahren in beiden Ländern . Der Grenzbeauftragte der Bayerischen Polizei zu Österreich, Polizeidirektor Alois Mannichl von der Polizeidirektion Passau war ebenfalls eng in das Gesamtverfahren mit eingebunden.
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