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"ClubGT-Event" - Polizei zieht rasende Luxusschlitten aus dem Verkehr


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Ein illegales Autorennen quer durch Deutschland fand am Dienstag, 15. Juli, in Deggendorf ein jähes Ende. Die Fahrer der Supersportwagen wurden von der Polizei angehalten, nachdem es zumindest in einem Fall zu einer möglichen Gefährdung eines unbeteiligten Autofahrers kam. Alle Autos - im Gesamtwert von etwa einer Million Euro - wurden von der Polizei zur Verhinderung weiterer Gefährdungen sichergestellt, in einem Fall wird das Vorliegen einer Straßenverkehrsgefährdung geprüft.

Um 15.45 Uhr meldete sich am Dienstagnachmittag ein Autofahrer bei der Polizeiinspektion Viechtach und teilte mit, dass auf der Bundesstraße 85 zwischen Viechtach und Deggendorf ein Autorennen stattfinde. Wenig später meldete sich dann auch ein 36-jähriger Mann aus dem Landkreis Regen, der als Autofahrer von einem der Teilnehmer bei einem Überholvorgang möglicherweise gefährdet oder geschnitten wurde. Die beiden Zeugen konnten der Polizei gleich von Anfang an sehr gute Hinweise auf die teilnehmenden Fahrzeuge geben, so dass durch die Einsatzzentrale der Polizeidirektion Straubing unmittelbar danach Fahndungsmaßnahmen und die Besetzung von polizeilichen Kontrollstellen koordiniert wurden.

Bei dem Rennen handelt es sich um einen sog. „ClubGT-Event“, der vom 12. Juli bis 20. Juli stattfindet und bei dem Fahrer hochwertigster Supersportwagen anhand eines Roadbooks quer durch Deutschland fahren müssen. Der Event startete nach jetzt vorliegenden Informationen wohl am 12. Juli bei Köln und war am heutigen Dienstag auf der Etappe Dresden-München unterwegs. Dass die Fahrer dabei auch bis tief in den Bayerischen Wald vorstießen, liegt an der vorgeschriebenen Fahrtroute des Roadbooks, die mit GPS-Navigationsdaten genau vorgegeben ist.

Schon gegen 15.50 Uhr hatten Polizeistreifen mehrere Kontrollpunkte, insbesondere an der Strecke Regen - Deggendorf (Ruselbergstrecke) besetzt, um die Fahrer anzuhalten und weitere polizeiliche Maßnahmen zu treffen. Um 16.10 Uhr konnte eine Streife an der Tunneleinfahrt der A92 in Deggendorf einen hochwertigen Porsche 997 und einen Ferrari F430 Scuderia stellen und anhalten. Wenige Minuten später hielten Polizeistreifen auf Höhe der Ruselkraftwerke drei Fahrzeuge an: einen Porsche Cayenne, einen Bentley Continental GT und einen Audi R8. Die Fahrer wurden samt ihren Fahrzeugen zur Verkehrspolizeiinspektion Deggendorf gebracht, die die weitere Sachbearbeitung übernahm. Die fünf Fahrzeuge bleiben zunächst sichergestellt.

Die Fahrzeuge waren jeweils mit Zweier-Teams besetzt, es handelte sich bei den Fahrern ausnahmslos um Engländer und Spanier, die Personalien werden derzeit überprüft. Das Rennen sollte weiter über Salzburg und Wien bis zum Wörther See gehen und in Kroatien enden. Neben den Fahrerteams mit ihren hochwertigen Fahrzeugen war wohl auch noch ein dreiköpfiges „Crew-Team“ unterwegs.

Noch am Abend sollten die Fahrer wegen der obigen Verstöße Sicherheitsleistungen bei der Polizei hinterlegen, diese wurden aber verweigert. Die sichergestellten Autos wurden zunächst weiterhin in einem amtlichen Verwahrplatz hinterstellt. Die Teilnehmer waren aufgrund der Sicherstellung ihrer Fahrzeugesehr aufgebracht und wollten sich noch am gleichen Abend hochwertige Leihfahrzeuge einer Autovermietung besorgen, aus diesem Grund wurden - um weitere Verstöße zu verhindern - auch die Führerscheine der Teilnehmer sichergestellt. 

Das mitgeführte Log- bzw. Roadbook gleicht einem sehr detaillierten Reiseführer mit Routenangaben, Angaben zu Hotels, km- und Zeitangaben sowie GPS-Navigationsdaten. Nach Erkenntnissen der Polizei ist ein sechstes Fahrzeug vom Typ Lamborghini im Bereich Dresden verunfallt und beschädigt liegen geblieben. Auch eines der sichergestellten Autos hat einen leichten Unfallschaden, von dem aber Ort und Zeit noch nicht bekannt ist. Nach Erkenntnissen der Polizei wollten die Teilnehmer nach ihrer Entlassung und Abschluss der polizeilichen Maßnahmen noch am Abend mit einem Taxiunternehmer zu einem Luxushotel nach München reisen. 

Von der Polizei Deggendorf und der Polizeidirektion Straubing wurden umfangreiche interne und zum Teil länderübergreifende Informationsmaßnahmen in die Wege geleitet, um nähere Details zu Inhalt und Art der Veranstaltung zu erhalten. Bei den Teilnehmern handelt es sich bei den Fahrern um vier Briten und einen Spanier, die Beifahrer waren ebenfalls vier Briten und ein Spanier.

 

Die sachbearbeitende Verkehrspolizeiinspektion Deggendorf bittet jetzt dringend und schnellst möglich um Zeugenhinweise, ob unter Umständen im Verlauf der Fahrt der Fahrzeuge weitere Kraftfahrer gefährdet wurden. Die Etappe heute führte von Dresden über Zwickau Richtung Amberg, dann nach Cham, weiter in Richtung Regen bis nach Deggendorf. Verkehrsteilnehmer, die hier durch die oben genannten Fahrzeuge gefährdet wurden, mögen sich schnellst möglich unter der Tel.-Nr. 0991 / 3896-0 bei der Verkehrspolizeiinspektion Deggendorf oder einer anderen Polizeidienststelle melden.
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