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Kaiserslautern: Ermittlungen gegen Schützengesellschaft "Hubertus" wegen massiver Umweltverschmutzung

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen des Verdachts der Bodenverunreinigung und des unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen gegen Verantwortliche der Schützengesellschaft „Hubertus“ in Kaiserslautern.

Die Schützengesellschaft soll auf ihrem seit fünfzig Jahren bestehenden Schießgelände im Aschbachtal über viele Jahre hinweg mit bleihaltiger Munition auf Wurftauben aus Ton geschossen und dadurch eine Verseuchung des Erdreichs mit dem Blei der Munition und mit antimon-, arsen- und nickelhaltigen Farbstoffen der Wurftauben verursacht haben. Die seit Bestehen der Gesellschaft auf dem Schießplatz abgelagerte Menge an Bleischrot soll sich auf etwa 35 Tonnen belaufen.

Der Schießplatz liegt im Wasserschutzgebiet Lauterspring, aus dem ein Großteil des Trinkwassers der Einwohner der Stadt Kaiserslautern kommt. In der Nähe des Schießgeländes befinden sich sechs Brunnen, aus denen etwa die Hälfte des Trinkwasserbedarfs der Stadt gedeckt werden kann. Es dürfte daher zumindest auf lange Sicht eine Gefährdung des Wassers und damit der Gesundheit der Bevölkerung zu befürchten sein, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

 

 

Im Hinblick auf die damals schon festgestellte Bleibelastung des Schießplatzbodens hat die Stadtverwaltung Kaiserslautern schon im Jahr 1992 die Einstellung des Schießbetriebs und eine Bodensanierung angeordnet. Zu beidem ist es bis heute nicht gekommen.

Am 2. September 2008 haben Staatsanwaltschaft und Polizei im Rahmen einer umfangreichen Aktion auf dem Schießgelände und in der Umgebung Proben des Wassers, des Erdreichs, der Bäume und Pflanzen, der Munitionsrückstände und der Wurftaubenreste erhoben und bei dem Vereinsvorstand, bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd und bei den Technischen Werken Kaiserslautern sämtliche Unterlagen beschafft, die über die Belastung des Schießgeländes und des Wassers und über bisherige fachbehördliche Maßnahmen und deren Ergebnisse Aufschluss geben können.

Die Staatsanwaltschaft hat einen Sachverständigen des Instituts für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement der Justus-Liebig-Universität Gießen mit der Prüfung der Schadstoffbelastung des Bodens und des Wassers beauftragt. Nach einer Besichtigung des Geländes und einer Einschätzung der geologischen Situation hat der Sachverständige die vorläufige Auffassung geäußert, von einer akuten Wassergefährdung könne derzeit nicht ausgegangen werden. Mit der Vorlage des Gutachtens ist frühestens in einem Monat zu rechnen.

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