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Prozess um versuchten Mord beginnt mit Geständnis

Leipzig, Do. 21.10.10 17:24
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL

Leipzig (dapd-lsc). Mit einem Geständnis des Angeklagten hat am Donnerstag in Leipzig ein Prozess wegen versuchten Mordes begonnen. Der 30-jährige mutmaßliche Täter sagte aus, er habe im Juli 2010 in Machern die Mitarbeiterin einer Spielothek bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, weil er an das von ihre verwahrte Geld kommen wollte. Dies habe er benötigt, um seine Spielsucht weiter befriedigen zu können. Die zur Tatzeit 27 Jahre alte Frau überlebte den Angriff des Mannes schwer verletzt und tritt im Prozess gegen ihren Peiniger als Nebenklägerin auf. Sie fordert von dem Mann Schmerzensgeld. Wie der 30-Jährige aussagte, war er seit 2006 mehr und mehr zum Spieler geworden. Nach dem Tod eines Kameraden bei der Bundeswehr habe er sich in sich zurückgezogen und sei oft mit dem Auto ziellos umhergefahren, bis er schließlich Spielotheken für sich entdeckt habe. Zunächst hätten seine Spieleinsätze zwischen 20 und 50 Euro gelegen, zuletzt habe er aber bis zu 1.300 Euro in einer Nacht verspielt. Um seine Spielsucht finanzieren zu können, habe er sogar in die Kasse der Firma gegriffen, für die er Möbel montierte. Anfangs habe er das unterschlagene Geld noch aus Guthaben seines Kontos ausgleichen können, letztlich seien die Summen aber zu hoch gewesen. Wenige Tage vor dem Überfall auf die Spielothek in Machern sei er deshalb Hals über Kopf aus Bayern in seine sächsische Heimat zurückgekehrt. Der Angriff auf die junge Frau sei spontan erfolgt, sagte der Angeklagte. Nachdem er die Angestellte gewürgt und geschlagen hatte, ließ er sein Opfer liegen und machte sich mit dem Geld aus einer Handkasse und einem Tresor davon. Er sei dann direkt in eine Spielothek nach Brandis gefahren, wo er weiter gespielt habe, bis er dort von der Polizei festgenommen wurde. Für den Prozess sind drei Tage angesetzt, neun Zeugen und drei Sachverständige sind geladen. dapd/abj/iha /4
Quelle: dapd



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