Knetzgau: Gleich zwei Schiffe an Fußgängersteg hängen geblieben - Im Laufe des Mittwoch, 6. Mai, sind an der Schleuse Knetzgau gleich zwei Schiffe an einem Fußgängersteg hängen geblieben. Dabei wurde jeweils das Steuerhaus schwer beschädigt. Der Sachschaden dürfte sich nach ersten Schätzungen auf mindestens 150.000 Euro belaufen. Verletzt wurde niemand. Speziell in einem Fall hatten der Schiffsführer und seine Ehefrau großes Glück, dass sie ohne Verletzungen davon kamen.
Der erste Unfall ereignete sich um die Mittagszeit, als das 100 Meter lange Passagierschiff „Swiss Crystal“ in die Schleuse Knetzgau Richtung Schweinfurt einfahren wollte. Dem holländischen Kapitän war noch aufgefallen, dass das Steuerhaus zu weit herausgefahren war, um unter der über die Schleuse führenden Fußgängerbrücke hindurch zu kommen. Obwohl der 62-Jährige das Steuerhaus schnell nach unten fuhr, blieb das Dach an der Brücke hängen. Dabei wurde das Steuerhausdach abgeschert und ca. 20 Meter weiter verschoben. Außerdem wurden - wie inzwischen feststeht - alle Aufbauten, die sich auf dem Steuerhaus befanden, und elektrische Leitungen abgerissen. Nach ersten Schätzungen dürfte hier ein Schaden in Höhe von etwa 50.000 Euro entstanden sein.
Zum Zeitpunkt des Unfalls hielten sich von den 110 Gästen, die von Passau nach Straßburg unterwegs waren, 24 an Bord auf. Für sie bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.
Zu dem zweiten Unfall kam es dann um 21.45 Uhr, als das 135 Meter lange Gütermotorschiff „Providence“ aus den Niederlanden nach dem Schleusungsvorgang wieder aus der Schleuse in Richtung Bamberg weiterfahren wollte. Dabei hatte der 30-jährige Kapitän allerdings vergessen, den Steuerstand herunterzufahren und blieb deshalb ebenfalls an dem Fußgängersteg hängen. Dabei riss er sich nahezu die Hälfte des Daches seines Steuerhauses ab. Dort hielten sich zum Unfallzeitpunkt der Schiffsführer und seine Ehefrau auf. Quasi über ihren Köpfen wurde das Dach nach hinten geschoben. Der Mann und die Frau kamen mit dem Schrecken davon.
Das erst wenige Monate alte Schiff, das hochmodern ausgerüstet ist, befand sich ohne Ladung auf dem Weg von Antwerpen nach Budapest, um dort Fracht aufzunehmen. An Bord waren auch zwei Matrosen, die ebenfalls ohne Verletzungen davon kamen.
Aufgrund der Beschädigungen war eine Weiterfahrt für beide Schiffe nicht möglich. Wie lange die Reparaturarbeiten dauern, steht noch nicht fest. Die Schifffahrt auf dem Main war durch die Unfälle nicht behindert.
Quelle: Polizei