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Nachrichten aus Hilter am Teutoburger Wald


Fackel war Auslöser für Reitunfall in Lathen

Hilter am Teutoburger Wald, Mo. 30.08.10 17:29
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL

Lathen (ddp-nrd). Der Reitunfall mit 44 verletzten Kindern und Jugendlichen am vergangenen Donnerstag im emsländischen Lathen ist sehr wahrscheinlich durch ein Missgeschick mit einer brennenden Fackel ausgelöst worden. Die Vernehmung von Zeugen ergab, dass einer 17 Jahre alten Betreuerin bei dem nächtlichen Ausritt die Fackel aus der Hand gefallen war, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mitteilten. Diese fiel in eine Pfütze, wo sie laut zischend erlosch. Dadurch scheuten einige Pferde und gingen durch. Etliche der etwa 130 Mädchen der Reitergruppe im Alter zwischen 7 und 18 Jahren stürzten von den Pferden und wurden von den Tieren überrannt. Von den 44 Verletzten befinden sich noch vier in stationärer Behandlung in Krankenhäusern im Emsland. Ein Mädchen wurde in eine Klinik nach Düsseldorf verlegt. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück prüft derzeit, ob den Betreibern des Reiterhofes in Hilter der Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung gemacht werden kann. Pferde seien Fluchttiere. Wenn bei einem Tier der Fluchtreflex ausgelöst werde, wirke der Fluchtinstinkt bei der ganzen Herde, sagte die Verhaltensforscherin Margit Zeitler-Feicht vom Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TU München auf ddp-Anfrage. In einer solchen Situation gebe es «auch für erfahrene Reiter praktisch kein Halten mehr». Pferde besäßen zudem «eine Urangst vor Feuer», die nur durch intensive Schulung unterdrückt werden könne. So seien beispielsweise Polizeipferde speziell darauf geschult, auch durch Feuer zu gehen. Ähnlich äußerte sich der Verhaltensforscher Klaus Zeeb von der Universität Freiburg. Auch wenn Reitpferde heute durch eine verbesserte Haltungsweise erheblich gelassener auf eventuelle Gefahren reagierten, sei eine «Massenflucht von Pferden immer noch möglich». Ausritte im Dunkeln und mit Fackeln jedenfalls seien nur bei entsprechend ausgebildeten Pferden und Reitern angeraten. Die an dem Ausritt beteiligten Kinder und Jugendlichen hatten sich nach Polizeiangaben «mindestens sechs Tage mit den Pferden beschäftigt». ddp/thn/lyh
Quelle: ddp


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