Kostenlos informiert bleiben

Nachrichten aus Heilbronn...

...als RSS-Feed
...als Favorit


Nachrichten aus Heilbronn


(Feature) Gefahr durch Ölspuren auf der Straße - Bei Reinigungsarbeiten auf verschmutzten Fahrbahnen kommt es immer wieder zu Unfällen --Von ddp-Korrespondent Klaus Wittmann--

Heilbronn, Fr. 06.08.10 14:29
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL
(Feature) Gefahr durch Ölspuren auf der Straße - Bei Reinigungsarbeiten auf verschmutzten Fahrbahnen kommt es immer wieder zu Unfällen --Von ddp-Korrespondent Klaus Wittmann--
Foto: Symbolbild

Kempten/Ulm (ddp-bwb). Auf dem Standstreifen der Autobahn 7 zwischen Kempten und Ulm sind Männer in orangefarbenen Warnwesten im Einsatz. Nach einem Unfall beseitigen sie Ölreste, vor allem bei Nässe ist eine ölverschmutzete Fahrbahn für Autofahrer lebensgefährlich. Aber auch der Einsatz der Ölspur-Beseitiger ist gefährlich, wie die Polizei vermehrt feststellt. In Süddeutschland melden die Behörden hohe Unfallzahlen wegen Öl. Autofahrer unterschätzten nicht nur die Gefahren durch verunreinigte Straßen, auch bei Absperrungen wegen Straßenarbeiten seien sie in vielen Fällen leichtsinnig. Folge seien Unfälle, bei denen auch Straßenarbeiter ums Leben kommen. Der Leiter der Verkehrspolizeiinspektion beim Polizeipräsidium in Kempten, Klaus Schorm, sagt, mehrere Vorfälle in der Vergangenheit hätten gezeigt, wie «ausgesprochen gefährlich» die Arbeit auf der Autobahn sei, auch mit Absicherung. «Es kommt immer wieder zu Unfällen, bei denen das Personal - ob das nun ein Straßenmeister ist oder eine Reinigungskraft - zu Schaden oder gar ums Leben kommt», berichtet Schorm. Das Statistische Bundesamt liefert Unfallzahlen bei «Verunreinigung durch ausgeflossenes Öl» in Deutschland. Demnach kam es 2009 zu 603 Unfällen an Ölspuren mit insgesamt 709 Verunglückten. Vier Menschen wurden getötet, 84 schwer und 621 leicht verletzt. Im Zeitraum von 2000 bis 2009 gab es insgesamt 8795 Unfälle mit 73 Todesopfern. Dabei unterscheiden die Statistiker nicht nach Verkehrsteilnehmern und Straßenreinigern. Chris Keuschnig arbeitet in einem Straßenreinigungsteam auf der A 7. Mit einem Spezialgerät sprüht er eine Lösung auf die Fahrbahn, anschließend saugt und fegt er die Mischung wieder von der Straße. Über die Gefahren seiner Arbeit sagt er: «Die brettern da vorbei. Wir sind da wirklich direkt am Außenspiegel, manchmal merkt man noch richtig den Windsog.» Nach einem Unfall mit zwei Lkw an der Ausfahrt der A 6 in der Nähe von Heilbronn ist Daniel Meyer von einem Spezialabschleppdienst im Einsatz. Solange eine Vollsperrung besteht, sei die Gefahr für die Einsatzkräfte recht gering, sagt Meyer. «Aber wenn dann eine Fahrspur wieder freigegeben wird, dann heißt es für die Arbeiter an der Gefahrenstelle, höchste Vorsicht», berichtet der Experte, in dessen Heilbronner Firma auch Spezialfahrzeuge zur Ölspurbeseitigung hergestellt werden. Noch gefährlicher sei es aber, wenn keine Polizei mehr da sei und das Reinigungsfahrzeug die letzten Ölspurreste beseitige. Verkehrspolizeichef Schorm und viele seiner Kollegen zählen Ölspuren zu den «Top Ten unterschätzter Unfallgefahren» - sowohl für die Ölspur-Beseitiger als auch für die Motorrad- und Autofahrer. Schorm fügt einschränkend hinzu, dass Biker meist am vorsichtigsten seien, vor allem in Kurven. «Die haben ein besonderes Auge auf die Fahrbahn, denn es wird jeder schon mal üble Erfahrungen gemacht haben.» Die Autofahrer unterschätzten aber in aller Regel Ölspuren auf den Fahrbahnen, sagt Schorm. Diese seien oft spät erkennbar und heimtückisch. Denn das Fahrzeug könne bei geringster Einwirkung, beim Bremsen, Gewichtsverlagerung oder Gasgeben, leicht wegscheren und sei dann »absolut nicht mehr zu halten». ddp/wit/mwa
Quelle: ddp


Weitere Unfälle in Bildern
Am frühen Abend des Dienstag, 22. Mai, verunglückt ein 42-jähriger Motorradfahrer auf der Kreisstraße 21 zwischen Bohnhorst und Hille tödlich. (Foto: Polizei)In der Nacht auf Freitag, 18. Mai, gegen 03.00 Uhr, ereignete sich auf der Autobahn 1, zwischen den Anschlussstellen Wildeshausen-Nord und Groß Ippener, ein Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang. (Foto: Polizei)Ein 27-jähriger Stemmener war mit seinem aus Scheeßel stammenden 25-jährigen Freund im 200 PS starken Mercedes CLK auf eine Tour losgefahren. Am Samstag, 12. Mai, um 20.09 Uhr endete das Leben der beiden jungen Männer an einem Straßenbaum an der Kreisstraße 216 von Westerholz kommend in Richtung Jeersdorf. (Foto: Polizei)Am Donnerstagnachmittag, 10. Mai, gegen 16.30 Uhr ist es auf der B5 in Höhe Landscheide zu einem tödlichen Verkehrsunfall zwischen einem PKW und einem mit Gefahrstoff beladenem LKW gekommen. Für den Fahrer des PKW kam jede Hilfe zu spät. (Foto: Kreisfeuerwehrverband Steinburg)Mit lebensbedrohlichen Verletzungen musste am Montagabend, 7. Mai, eine 25-jährige Frau aus Stadtoldendorf in die Uniklinik Göttingen eingeliefert werden, nachdem sie mit ihrem PKW auf der Kreisstraße 42 zwischen Linnenkamp und Stadtoldendorf ins Schleudern geraten und gegen einen Baum geprallt war. (Foto: Polizei)