Am Mittwochmorgen kurz nach 8 Uhr kletterten Aktivisten der Umweltschutzorganisation Greenpeace auf das Dach des Bayerischen Landtags am Maximilianeum. Dort entrollten sie ein 15 Meter hohes Protestplaket gegen Genmais.
Der Protest von Greenpeace richtet sich gegen die Aussaat des umstrittenen Gen-Mais Mon 810 des US-Agrarkonzerns Monsanto in den nächsten Wochen. Er soll auf 3600 Hektar bundesweit, darunter auch auf einigen Flächen in Bayern ausgebracht werden.
Laut Greenpeace haben Untersuchungen gezeigt, dass das von dem Genmais produzierte pflanzeneigene Pestizid nicht nur Fressfeinde des Maises schädigen, sondern auch wertvolle Bodenorganismen, sowie Insekten und Schmetterlinge schädigen kann.
Die Umweltschützer fordern den Bayerischen Ministerpräsidenten Seehofer dazu auf, sich auf Bundesebene gegen den Genmais stark zu machen. Seehofer hat sich zwar gegen die Aussaat von genmanipuliertem Mais ausgesprochen, die Entscheidung trifft aber seine Berliner Parteigenossin, die Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner.
"Seehofer zeigt Führungsschwäche", sagt Martin Hofstetter, Landwirtschaftsexperte von Greenpeace. "Agrarministerin Ilse Aigner ist nach Berlin geschickt worden, um dort die Interessen ihrer Partei zu vertreten. Doch sie traut sich nicht, die unerwünschte Gen-Saat zu verbieten. In Bayern gegen Gentechnik zu wettern, aber auf Bundes-Ebene nichts gegen den Anbau zu tun, macht die CSU völlig unglaubwürdig."
Auch in der Umgebung des Landtags zeigten Greenpeace Aktivisten Plakate gegen Gegenmais. Nach dem Eintreffen der Polizei ließen sich die Umweltschützer widerstandslos festnehmen. Die Aktivisten auf dem Dach wurden von Höhenspezialisten der Polizei nach unten gebracht. Nach der Vernehmung wurden die Umweltschützer wieder auf freien Fuß gesetzt.
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