
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL
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Erneut Katastrophenalarm in Teilen Sachsens wegen Hochwasser - Straßen überflutet und Keller vollgelaufen: Sieben Wochen nach der Flut ist am Dienstag, 28. September, in Sachsen erneut wegen Hochwassers Katastrophenalarm ausgerufen worden. Betroffen sind die Landkreise Görlitz und Meißen.
Entlang der Flüsse Neiße, Schwarzer Schöps und Großer Röder wurde die höchste Alarmstufe 4 ausgelöst. Im Verlauf des Tages gaben die Behörden teilweise wieder Entwarnung. Am Abend spitzte sich die Lage am Stausee Quitzdorf bei Niesky zu. Im Kreis Görlitz hatte sich die Situation nach Angaben des Katastrophenschutzstabes in der Nacht zum Dienstag zugespitzt. Der öffentliche Personennahverkehr war wegen überfluteter Straßen eingeschränkt. Die Schulen blieben aber geöffnet, sagte eine Sprecherin in Görlitz, wo es bis zum späten Vormittag weiter regnete. In Schöpstal-Ebersbach sei die Schule aber nicht erreichbar.
In Horka blieb ein Kindergarten geschlossen. Der Fluss der kleinen Gemeinde bei Niesky war über die Ufer getreten.
Am Dienstagnachmittag wurde der Katastrophenalarm für Teile des Landkreises Görlitz wieder aufgehoben. Vor allem an der Zittauer Neiße bestand keine Gefahr mehr.
Anders sah es am Abend rund um die Stadt Görlitz aus. Der Stausee Quitzdorf drohte wegen steigender Wassermassen der Schwarzen Schöpf überzulaufen. Nach Angaben einer Sprecherin wird der Abfluss von Wasser automatisch geregelt. "Wir haben keinen Einfluss darauf." Fünf Gemeinden am Unterlauf seien informiert worden. Es wurde mit überfluteten Straßen gerechnet.
Lausitzer Neiße bereitet erneut Sorgen
Wie schon Anfang August bereitete die Lausitzer Neiße besondere Sorgen. In Zittau stand der Pegel um 8.00 Uhr bei 3,30 Metern. In Görlitz erreichte der Fluss einen Pegelstand von 5,98 Metern. Bei der heftigen Flut im August waren es dort mehr als sieben Meter gewesen. "Wir kontrollieren regelmäßig Dämme und Deiche", sagte eine Sprecherin des Landkreises. Brüchige Stellen mussten mit Sandsäcken gesichert werden. Durch das Hochwasser wurden Straßen überflutet, Keller liefen voll Wasser. Verletzte habe es bislang nicht gegeben, hieß es beim Katastrophenschutzstab in Görlitz. Alle Ortsfeuerwehren des Landkreises waren im Einsatz.
Im Landkreis Meißen gab es ein ähnliches Bild. Betroffen waren vor allem die Gemeinden entlang der Großen Röder um Großenhain. In Großdittmannsdorf wurden um 8.00 Uhr 2,89 Meter erreicht, in Kleinraschütz waren es 2,97 Meter. "Es sind Felder und Wiesen überflutet und viele Keller mit Wasser vollgelaufen", erklärte Landrat Arndt Steinbach (CDU). Am Abend waren noch Helfer in Radeburg mit dem Beseitigen von Schäden im Einsatz. In Alarmbereitschaft befanden sich auch die Rettungskräfte im Landkreis Bautzen. Dort wurde in der Nacht zum Dienstag in 13 Städten und Gemeinden Katastrophenvorlalarm ausgelöst, für sechs blieb er noch am Abend bestehen. In Bautzen wurden 13 Menschen in Sicherheit gebracht.
In Schwepnitz bei Kamenz waren 15 Kinder eines Kindergartens nahe einem durchgeweichten Deich vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Außerdem mussten 30 Kreisstraßen gesperrt werden. Zwtl.: Hochwasser in Dresden befürchtet In Dresden war die Lage ebenfalls angespannt. 4.000 Sandsäcke wurden nach Angaben der Feuerwehr verbaut. Der Brauteich in Langebrück drohte überzulaufen. Zudem stürzten Bäume wegen heftiger Windböen um. Für die Elbe wurde die Warnstufe 2 ausgerufen. Das Landeshochwasserzentrum rechnete bis Mittwoch mit einem weiteren Anstieg, Alarmstufe 3 sei nicht ausgeschlossen. Grund sind stark steigende Pegel auf tschechischer Seite. Der Schiffsverkehr wurde eingestellt.
Der Deutsche Wetterdienst hob die Unwetterwarnung für Sachsen am Dienstag auf. "Das Regengebiet ist schneller abgezogen als am Montag prognostiziert", erklärte der Meteorologe Torsten Müller. Die Niederschläge sollten bis Mittwochmorgen abklingen. Danach werde es bis Freitag weitgehend trocken bleiben. Zum Wochenende muss aber erneut mit einzelnen Niederschlägen gerechnet werden. Erst Anfang August hatte ein Hochwasser Ostsachsen heimgesucht und mehrere Hundert Millionen Euro Schaden angerichtet. Sachsen Umweltminister Frank Kupfer (CDU) sagte: "Insgesamt haben wir eine Situation, die anders zum Augusthochwasser den ganzen Freistaat betrifft."
Quelle: dapd/cth/iha /4