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Nachrichten aus Eisenhüttenstadt


(Nachrichtenfeature) Brand in Eisenhüttenstädter Einkaufszentrum unter Kontrolle - Feuerwehr überwacht Glutnester - Identität des Schwerverletzten offen --Von ddp-Korrespondent Jörg Schreiber--

Eisenhüttenstadt, Mo. 22.03.10 16:00
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL

Eisenhüttenstadt (ddp-lbg). Einen Tag nach dem Großbrand in einem Eisenhüttenstädter Einkaufszentrum wird das Ausmaß des Schadens immer deutlicher. Die Feuerwehr hat die aus Blech bestehende Außenverkleidung im ersten Stock des zweigeschossigen Flachbaus aufgerissen. Dahinter im Lager eines Möbeldiscounters sind von der abgesperrten Straße aus verrußte Korbsessel zu erkennen. Löschwasser und Flüssigkeit aus geborstenen Leitungen ergießen sich aus dem ersten Stock herunter auf den Gehweg. Von Drehleitern aus spritzen Feuerwehrleute Wasser auf die im Möbellager aufglimmenden Glutnester. «Matratzen und Polstermöbel können lange Glut halten», erläutert der Eisenhüttenstädter Stadtwehrführer Harald Hahn am Montag. «Wir löschen aus sicherer Entfernung, um die Kollegen nicht zu gefährden.» Das Blechdach sei einsturzgefährdet. Es hängt durch und hat Risse. Montagmittag - rund 30 Stunden nach Einsatzbeginn - ist das Feuer endlich unter Kontrolle. 25 Feuerwehrleute überwachen weiter die Glutnester. Unterdessen treffen Experten des Landeskriminalamts (LKA) ein, dringen in die völlig verrußte Gaststätte «Meilenstein» im Erdgeschoss vor, wo das Feuer am Sonntagmorgen nach einer Explosion ausgebrochen sein soll. Von dort aus fanden die Flammen laut Feuerwehr einen Weg nach oben in das Möbellager. Auch mehrere Geschäfte und Büros im Erdgeschoss wurden in Mitleidenschaft gezogen. Es sei unwahrscheinlich, dass sich schnell Aussagen zur Brandursache treffen lassen, sagt ein LKA-Mitarbeiter. Die Polizei, die Brandstiftung nicht ausschließt, bildete eine sechsköpfige Ermittlungsgruppe. Hahn spricht von einem der größten Brände, die er in den vergangenen Jahrzehnten in Eisenhüttenstadt erlebt hat. Das Feuer habe auf etwa 4000 Quadratmeter Fläche gewütet. Der Rauch sei so dicht gewesen, dass Anwohner am Sonntag aufgefordert wurden, Fenster und Türen zu schließen. Vorsorglich habe ein Messwagen die Luft in einem angrenzenden Wohngebiet untersucht. Es seien keine giftigen Stoffe festgestellt worden, auch weil die Rauchwolke über den benachbarten Industriepark von Arcelor Mittal abgezogen sei. Die Schadenshöhe dürfte in die Millionen gehen. In der Spitze seien 148 Feuerwehrleute aus der gesamten Region im Einsatz gewesen, sagt Hahn. Zudem waren über 40 Kräfte von Polizei, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk (THW) im Einsatz. Weiter offen ist, was der mit schweren Brandverletzungen vor dem Gebäude gefundene Mann mit dem Feuer zu tun hatte. Er war am Sonntag mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik nach Berlin geflogen worden und schwebt nach Polizeiangaben in Lebensgefahr. Seine Identität ist noch immer ungeklärt. Keine zehn Meter von dem Flachbau entfernt spritzen Mitarbeiter eines Elektromarktes Fensterscheiben und Fassade ab. «Ich hatte eine sehr unruhige Nacht, dank der Feuerwehr sind wir verschont geblieben», sagt Inhaberin Christina Bellé-Kohls. Ihre Existenz habe auf dem Spiel gestanden. Weniger Glück hatten die Betreiber der Geschäfte im Flachbau unter dem Möbellager. Mitarbeiter eines Studios für Sonnenschutzfolie schlagen am Montag eine Fensterscheibe ein und bergen in Kisten, was noch zu retten ist. ddp/jjs/muc


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