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(Nachrichtenfeature) Schüler quälen wehrlose Rentnerin - Polizei tappt bei Suche nach Motiv im Dunkeln - Gegenseitige Schuldzuweisungen statt Reue --Von ddp-Korrespondentin Ursula Quass--

München (Stadt), Fr, 3.9.10
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München (ddp-bay). Noch nicht einmal wie lange die Münchner Rentnerin am Montag ihren erst 13-jährigen Peinigern ausgeliefert war, kann die Polizei bislang sagen. Mehrere Stunden werden es aber gewesen sein, berichtet Kriminaldirektor Frank Hellwig am Mittwoch und listet eine ganze Reihe an Grausamkeiten auf, die sich die beiden Jungen für ihr wehrloses Opfer ausgedacht haben: Sie sollen auf die 83-Jährige uriniert, sie mit Fußtritten traktiert und ihr einen halben Liter Schnaps gewaltsam eingeflößt haben. Die Schnapsflasche sollen sie anschließend mit Urin aufgefüllt und über ihr ausgeschüttet haben, nachdem sie die Frau bereits mit Rasierschaum, Maggi und Parfum besudelt hatten. Ob die Augenverletzungen, welche die Frau beim Kontakt mit den reizenden Flüssigkeiten vor allem erlitt, wieder ganz abklingen werden, kann noch niemand sagen. Eine Hornhauterosion und eine Bindehautreizung trug die alte Dame davon - und einen schweren Schock. «Verstört» und «sehr in Mitleidenschaft» genommen, sei die Seniorin am Montag ins Krankenhaus gebracht worden. Bis Mittwochmorgen hatte die demente Frau laut Polizei keine Aussagen zu den Geschehnissen gemacht. Auch von den beiden 13-Jährigen haben die Ermittler noch keine verwertbaren Aussagen bekommen. Warum die Kinder die alte Dame in deren Wohnung aufgesucht und misshandelt hatten, wollten sie wissen. Doch die beiden strafunmündigen Schüler hätten in ihrer Vernehmung dazu geschwiegen. Beide hätten keine Entschuldigung oder Reue geäußert, sich stattdessen die Schuld gegenseitig zugewiesen. Doch offenbar habe einen der beiden Jungen nach der Tat sein Gewissen geplagt: Als ihn die Mutter des Hauptverdächtigen auf der Suche nach ihrem Sohn zufällig entdeckte und ansprach, schüttete er ihr sein Herz aus. Darauf rief die Frau die Polizei. Der mutmaßliche Rädelsführer der Tat dagegen ist den Ermittlern zufolge für Polizei und Jugendamt kein Unbekannter. Seit seiner frühesten Kindheit soll der Sohn einer alleinerziehenden Mutter immer wieder von zu Hause fortgelaufen und verhaltensauffällig gewesen sein. Er sei bereits in psychologischer Behandlung gewesen aber bislang nie mit Gewalttaten in Erscheinung getreten. Irgendetwas könnte aber schon vor der Tat das Verhältnis des Schülers zu seinem späteren Opfer belastet haben, denn die beiden kannten sich: Seit einigen Monaten nahm der Bub der an Demenz erkrankten Frau gegen ein kleines Entgelt immer wieder Besorgungen ab, kaufte für sie ein. Wie im Zuge der Ermittlungen bekannt wurde, war es schon einmal, am Rosenmontag, zu einem Übergriff des 13-Jährigen auf die alte Frau gekommen. Damals soll er ihr derart heftig gegen das Bein getreten haben, dass die Frau seitdem nur noch unter Schmerzen gehen konnte. Auch das Motiv für diesen Vorfall ist laut Polizei noch unklar. Die Rentnerin habe nach dem Zwischenfall lediglich den Kontakt zu dem Jungen abgebrochen, die Polizei habe sie über die Attacke nicht informiert. Nun hoffen die Ermittler, dass die Frau doch noch etwas zu dem brutalen Übergriff vom Montag sagen wird. Zudem würden «intensiv Spuren gesichert» und auch die Handys der Tatverdächtigen auf etwaige Aufzeichnungen ausgewertet. Während der als Mittäter eingestufte Junge der Obhut seiner Eltern übergeben wurde, wurde der Rädelsführer in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. ddp/qua/ple

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