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Schweres Busunglück bei Hannover - 20 Tote bei Bus-Unfall auf der A2


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Am Dienstagabend, 4. November, ist gegen 20:40 Uhr ein Reisebus nach einer Kaffeefahrt an der A2 zwischen den Anschlussstellen Garbsen und Herrenhausen in Brand geraten - 20 Menschen starben, darunter auch ein 13-jähriges Mädchen.
Nach jetzigem Ermittlungsstand hat sich das Feuer in dem mit 33 Personen (einschließlich Fahrer) besetzten Reisebus der hannoverschen Firma Mommeyer im Bereich der Toilette entzündet. Nach einer ersten Zeugenaussage einer überlebenden Passagierin soll aus der verschlossenen Toilette, die sich im hinteren Ausgang des Busses befand, Rauchgeruch nach außen in den Fahrgastraum gedrungen sein. Die Frau habe dann die Toilettentür geöffnet worauf ihr sofort Flammen entgegengeschlagen seien. Das Innere des Busses hat dann sehr rasch Feuer gefangen.
Der 51 Jahre alte Busfahrer brachte das Fahrzeug auf dem Standstreifen zum Stehen. Gegen 20:34 Uhr wurde die Feuerwehr über Notruf alarmiert, unmittelbar darauf erreichte eine Alarmierung auch die Polizei. Nach etwa fünf Minuten kamen die ersten Einsatzkräfte an der Unglücksstelle an. Der Reisebus brannte in voller Ausdehnung, 13 Menschen, unter ihnen der Fahrer, hatten sich ins Freie retten können. Einige der Überlebenden wiesen schwere Brandverletzungen auf und wurden notärztlich versorgt. Die A 2 wurde in Fahrtrichtung Berlin voll gesperrt.
Die Überlebenden wurden in umliegende Kliniken gebracht, sieben von ihnen in die Medizinische Hochschule. Auch das Henriettenstift, das Friderikenstift, das Nordstadt-Krankenhaus und das Agnes-Karll-Krankenhaus nahmen Verletzte auf. Die Überlebenden des Unglücks sind bisher die einzigen, die mit Sicherheit identifiziert werden konnten. Es handelt sich um sieben Männer und sechs Frauen im Alter von 46 bis 79 Jahren. Alle 13 verletzten Personen stammen aus dem Raum Hannover.
Die Identifizierung der Todesopfer gestaltet sich unter anderem deshalb so schwierig, weil es eine Passagierliste im klassischen Sinne nicht gibt. Außerdem sind die Opfer zum Teil bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. So weit es bislang möglich war, wurden verletzte Personen und Angehörige psychologisch und seelsorgerisch betreut.
Der Reisebus ist von der Firma Thomas-Reisen in Haltern (NRW) gechartert worden. Zwischen 05:45 und 06:50 Uhr am Dienstagmorgen nahm der Bus an verschiedenen Haltepunkten in Hannover Fahrgäste auf. Ziel der Tagesreise war der so genannte Prickings-Hof, ein beliebtes und bekanntes Ausflugsziel in Haltern. Gegen 17:30 Uhr machte sich der Bus mit den Passagieren auf die Rückfahrt nach Hannover. Drei Stunden später ereignete sich dann zwischen den Anschlusstellen Garbsen und Herrenhausen das Unglück.
Laut der bereits zitierten Zeugenaussage hatte vor der Rauchentwicklung ein Mann die Toilette aufgesucht. Als die Rauchentwicklung bemerkt wurde, hatte der Mann demnach die Toilette bereits wieder verlassen. Ob der Mann auf der Toilette geraucht hat, kann bisher nicht gesagt werden. Es ist auch noch unklar, ob der Betreffende, der zuletzt die Toilette aufgesucht hat, zu den Überlebenden gehört.
Die Toten konnten vor Ort nicht aus dem Reisebus geborgen werden. So wurde das Fahrzeug gegen 01:45 Uhr mit den Opfern darin abgeschleppt und auf das Gelände einer Polizeiliegenschaft in Hannover gebracht. Dort hat am Mittwochmorgen die Bergung der Opfer begonnen, ihr folgt eine kriminaltechnische Untersuchung des Unglücksbusses.
Zur Stunde ist die Brandursache noch unklar, technische Ursachen wie etwa ein Reifendefekt oder auch ein Motorschaden gelten nach jetzigem Ermittlungsstand jedoch als unwahrscheinlich. Inzwischen sind die ersten Getöteten zur Medizinischen Hochschule gebracht worden, auch die ersten Obduktionen sind erfolgt. Die Obduktionen dienen in erster Linie der Identifizierung, die nach internationalen Standards erfolgen werden. Genutzt werden unter anderem die DNA-Analyse und der Zahnstatus.
Die Obduktionen werden voraussichtlich heute abgeschlossen werden können, ob damit bereits alle Opfer identifiziert werden können, ist noch nicht klar. Die Staatsanwaltschaft Hannover hat angekündigt ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt einzuleiten. Es gibt zur Zeit keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Busfahrer in irgendeiner Weise falsch verhalten hätte.
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