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300 Jahre Wallfahrtskirche - Mariä'Himmelfahrt in Frauenreuth feiert Jubiläum

Oft sind es die Kirchen, die an einem besonders prägnanten Punkt des Dorfes stehen und ihm dadurch ein besonderes Gesicht verleihen. So ist es auch in Frauenreuth, die kleine Ortschaft fünf Kilometer südlich von Glonn. Vor 300 Jahren, am 18. Juni 1707, wurde die hübsche Kirche mitten im Ort eingeweiht. Mit verschiedenen Veranstaltungen feiern die Pfarrgemeinde und die Marktgemeinde dieses Jubiläum der Frauenreuther Kirche

Eine erste urkundliche Erwähnung von Frauenreuth ist für das Jahr 1130 zu verzeichnen, ein Tuffplattengrab, dass in Frauenreuth gefunden wurde, verweist aber darauf, dass die Siedlung mindestens 300 Jahre vor seiner ersten urkundlichen Erwähnung schon be- stand. Von der Kirche ist erst- mals in einem Freisingen Bestandsverzeichnis von 1315 als „Raeut", einer Filialkirche der Pfarrei Glonn, mit einer Begräbnisstelle die Rede. Eine nächste Erwähnung ist 1416 mit „Unsere Fraun Reut" in Schwabener Gerichtsunterlagen zu finden. Der Vorspann „Unsere Frauen" ist zweifelsohne ein Indiz dafür, dass die Kirche bereits 1416 ein Wallfahrtsort war. Die Frauenreuther Muttergottes wird als „von hervorragender Schönheit" beschrieben, eine für diese Zeit sicher nicht billige Anschaffung. Schon 1538 gab es mit Christoph Herrnpucher einen Kooperator (Kaplan), ab 1630 sind alle Kooperatoren bis in die heutige Zeit nachgewiesen. Im Vergleich zu anderen Filialkirchen der Glonner Pfarrei war Frauenreuth die reichste. Die ursprüngliche Kirche vor 1707 ist auf einem Votivbild von 1684 von Johannes Reisenthaler zu sehen. Viele Wallfahrer suchten Hilfe bei der Muttergottes, das belegen die vielen Votivtafeln. Das älteste in Frauenreuth vorhandene Bild trägt die Jahreszahl 1681. Eine Besonderheit ist der Kupferstich von Johann-Kaspar Gutwein mit dem vierstrophigen Gebet „Andächtige Seüffzer zu Maria der Wunderthättige Muetter Gottes zu Frauenreith nechst Glonn in allen Nöthen und Anliegen".

Anziehungspunkt für Pilger In der Baugeschichte der Kirche ist nachzulesen, dass die Kirche 1676 baufällig und eine Mauer eingefallen gewesen sei. Allerdings wurde auch vermerkt, dass die Kirche viel zu klein sei, viele Gläubige beim Gottesdienst auf dem Kirchhof stehen müssten. Ab 1691 betrieben der Glonner Pfarrer Wolfgang Gebhart und der Pflegverwalter Sebastian Maisen den Neubau der Kirche. In der Chronik von Pfarrer Niedermain heißt es, dass ein Kaufmann, der ein Handelsschiff besaß, im Falle einer glücklichen Heimkehr den Neubau der Kirche gelobte. 1707 wird die frisch erbaute Kirche durch Fürstbischof Johann Franz Eckher eingeweiht. Eine Rarität ist die „Gerichtsmühle": ein Gemälde, das mit verschiedenen Versen auf die Folgen des sündhaften Lebens hinweist: „Die nit geglaubt an Gottes Wordt, die bekommen in der Höll ihr Orht". Nach der Fertigstellung der Wallfahrtskirche wurde Frauenreuth wieder ein besonderer Anziehungspunkt. Die vielen Votivtafeln zeugen von den Nöten und Sorgen der Menschen während der folgenden Jahrzehnte. Das Vorhandensein eines Friedhofes und die Bedeutung als Wallfahrtsort bewahrte die Kirche zu Zeiten der Säkularisation vor der "Entbehrlichkeit".
Das ganze Jahr über pilgerten die Menschen nach Frauenreuth, doch am "Frautag" (15. August) wurden bis zu zehn Gottesdienste gehalten und 1500 Menschen empfingen die Sakramente. Um die Kirche herum fand die "Dult" mit vielen Kramerständen statt. Die eingebaute Orgelempore zeigt an, dass die Kirche wohl schon immer eine Orgel gehabt hat. Während des sonntäglichen Gottesdienstes patroullierte ein "Kirchenwachten mit Hellebarde durchs Dorf, weil die Anwesen in der Zeit unbewacht gewesen sind. Immer wieder wurde die Kirche renoviert, ihr heutiges Aussehen verdankt sie der Renovierung 1962. Die treibenden Kräfte waren Pfarrer Elmar Gruber und die Kirchenpfleger Karl Öttl und SebastianEsterl. Heute wird jeden zweiten Sonntag in der Kirchen Gottesdienst gefeiert.
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