
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL
Schapen/Itzehoe (ddp-nrd). Eisglätte und Schneefall haben in Norddeutschland wieder zu zahlreichen Unfällen geführt. In den schleswig-holsteinischen Kreisen Dithmarschen und Steinburg krachte es am Montagmorgen neun Mal, wie die Polizei mitteilte. In Itzehoe kam der morgendliche Berufsverkehr wegen einiger querstehender Lkw nahezu zum Erliegen. Einige Karambolagen gab es auch auf der A 23 im Raum Bad Segeberg - mit zumeist glimpflichem Ausgang. Ein tödlicher Unfall ereignete sich in Schapen im Emsland: Ein 19-Jähriger war dort am Sonntag mit seinem Auto in einer Kurve ins Schleudern geraten und gegen einen Baum geprallt. Im südlichen Bereich des Landkreises Rotenburg in Niedersachsen gab es nach Polizeiangaben am Wochenende und am Montagmorgen weit über 50 Unfälle. Der folgenschwerste ereignete sich, als eine Autofahrerin beim Auffahren auf die Bundesstraße 75 ins Schleudern kam und gegen die Leitplanke stieß. Ein nachfolgender Pkw-Fahrer versuchte auszuweichen, geriet in den Gegenverkehr und stieß dort mit einem Auto zusammen. Anschließend fuhr noch ein dritter Pkw-Fahrer auf den Unfallwagen auf. Die B 75 musste für kurze Zeit voll gesperrt werden. In der Nacht zu Montag blockierte im emsländischen Haren ein Lastwagen mit umgestürztem Anhänger die Bundesstraße 70. Der Lkw war auf eisglatter Fahrbahn ins Schleudern geraten und hatte sich quer gestellt. Die Bundesstraße war rund acht Stunden voll gesperrt. Eine zusätzliche Gefahr neben der Straßenglätte sind weiterhin Eis- und Schneeplatten auf Lkw-Dächern. Aus Hannover wurden bis zum Montagvormittag zehn Fälle gemeldet, in denen sich Platten lösten und auf nachfolgende Autos fielen. Einige Fahrzeuge wurden dabei beschädigt, verletzt wurde aber niemand. Unterdessen kündigte die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr an, den Winterdienst auf Niedersachsens Straßen wegen der knappen Streusalzvorräte reduzieren zu wollen. Besonders betroffen seien der Westen und der Norden des Landes. Die Autofahrer wurden aufgerufen, vorsichtig zu fahren. Die niedersächsischen Straßenmeistereien haben in diesem Winter den Angaben nach bereits über 150 000 Tonnen Streusalz verbraucht. Der Durchschnittsverbrauch liege sonst bei rund 100 000 Tonnen pro Winter. Auch in Bremerhaven neigt sich das Streusalz dem Ende zu. Die Hauptverkehrsstraßen und die Buslinien werden dort ab sofort nur noch mit einem Gemisch aus Sand und Salzlauge gestreut. Man habe zwar weitere 340 Tonnen Salz sowie 25 Tonnen Split bestellt, die Aussicht auf eine Lieferung sei allerdings gering, sagte der Betriebsleiter der Entsorgungsbetriebe, Volker Holm. «Das geförderte Salz geht laut Deutschem Straßendienst mit Vorrang an die Autobahnmeistereien». In Bremen scheint die Versorgungslage mit Streusalz unterdessen noch gesichert, da in die Zuständigkeit des dortigen Amtes für Straßen und Verkehr auch die Autobahnen fallen. Während sich Autofahrer über den Schneefall ärgern, freuen sich Skifahrer, Langläufer und Rodler. Sie müssen derzeit gar nicht in die Alpen fahren, um gute Schneeverhältnisse zu haben, denn laut dem Harzer Tourismusverband lagen auf dem Brocken am Montag 1,12 Meter Schnee. In den Wintersportorten Altenau und Braunlage wurden jeweils rund 85 Zentimeter gemessen. Am Dienstag sollen die Temperaturen laut Deutschem Wetterdienst in Norddeutschland bei 0 bis 2 Grad liegen. Vor allem in Schleswig-Holstein ist wieder mit Schneefällen zu rechnen. (Quellen: alle in Mitteilungen und auf Anfrage; dwd.de) ddp/jfr/muc
Auch künftig immer über das aktuelle Geschehen in Bremerhaven informiert sein: Folgen Sie uns auf Facebook Bremerhaven.