
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL
Essen/Bottrop (dapd-nrw). Orkanartige Böen, Hagel und umgestürzte Bäume: Sturmtief Andrea ist am Donnerstag über Nordrhein-Westfalen hinweggefegt. Die Schäden fielen aber geringer aus als zunächst befürchtet. Bei Reken im Münsterland entgleiste eine Regionalbahn. Die Fahrgäste kamen mit einem Schrecken davon. Ein Autofahrer wurde vom Wind von der Fahrbahn gestoßen. Die Polizei rückte wegen des Wetters bis in die frühen Morgenstunden 153 Mal aus. Derweil steigt der Rheinpegel unaufhaltsam weiter.Das Orkantief erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern. Bei den landesweiten Sturmböen hätten sich bisweilen heftige Schauer ergossen, sagte die Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Stefanie Gärtner, der Nachrichtenagentur dapd. Höhepunkt war die Zeit zwischen 7.00 und 9.00 Uhr. Alles in allem zeigte sich Andrea aber sanfter als befürchtet. «Die Unwetterwarnung für Windstärke 11 war ein bisschen überwarnt», sagte Gärtner.Zwtl.: Bahn springt aus GleisBei Reken im Münsterland fuhr am Donnerstagmorgen ein Regionalzug gegen einen umgekippten Baum. Die Bahn sprang aus den Gleisen und blieb 200 Meter später stehen. Die vier Fahrgäste blieben unverletzt und wurden von Rettungskräften in Sicherheit gebracht. In Viersen wurde ein Autofahrer von einer starken Windböe von der Fahrbahn gefegt. Der 27-Jährige kam mit leichten Verletzungen davon.In Krefeld prallte eine 57-jährige Autofahrerin gegen einen Baum und kam ums Leben. Ob dabei das Unwetter eine Rolle spielte, war zunächst noch unklar. Bereits am Mittwochabend umgestürzte Bäume behinderten noch am Folgetag den Verkehr auf der Bundesstraße 224 in Essen und Bottrop.In Bonn wurden Spaziergänger von Hagel und herabstürzenden Ästen überrascht. In Düsseldorf lösten sich Dachziegel. In Rheda-Wiedenbrück schlug ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus ein, zu einem Brand kam es aber nicht.Zwtl.: Alarmbereitschaft an Rhein und RuhrDer Rheinpegel steigt wegen des starken Regens unvermindert weiter und hat in Köln bereits die Hochwassermarke 1 erreicht. Die ersten Uferbereiche stünden bereits unter Wasser, sagte der Leiter der Hochwasserschutzzentrale in Köln, Reinhard Vogt. Schutzwände und Stege würden aufgebaut und Pumpen in Betrieb genommen. Erste Parkplätze sowie Campingplätze am Rhein seien gesperrt worden.Wegen des Hochwassers ist die Schifffahrt auf dem Rhein eingeschränkt. Schiffe dürfen nur noch langsam und in der Fahrrinne fahren. Donnerstagmittag lag der Pegel in Köln bei 6,25 Meter. Der Höchststand von bis zu 8 Metern werde vermutlich Sonntag oder Montag erreicht, sagte Vogt.Ähnliches Bild an der Ruhr. «Ab jetzt kann man an der Ruhr von Hochwasser sprechen» sagte Georg zur Strassen von der Talsperrensteuerung des Ruhrverbandes. An der unteren Ruhr bei Mülheim und Essen klettern die Pegel demnach noch bis Freitagmorgen. «Ich erwarte ein mittleres Hochwasser», sagte zur Strassen weiter. Einige Straßen und Radwege könnten überflutet werden, an der oberen Ruhr seien die Höchststände bereits am Donnerstag erreicht worden.dapd / fwa / shr / pcz /1
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