Foto: Symbolbild
Nach dem tragischen Rodelunfall bei Obermaiselstein, bei dem ein 4-Jähriger aus dem Großraum Augsburg am Montagnachmittag tödliche Verletzungen erlitten hatte, hat sich am Dienstagnachmittag, 6. Januar, ein weiterer schwerer Wintersportunfall im Allgäu ereignet.
Drei Jugendliche aus dem Alb-Donau Kreis (Baden-Württemberg) befuhren gegen 15 Uhr die Skiroute „Märchenwiese“ bei Gunzesried. Auf dieser Strecke, die im Gegensatz zu einer Skipiste nicht präpariert wird, kreuzt ein Fahrweg. Beim Überfahren dieses Weges stürzte aufgrund des im Übergang der Skiroute zum Fahrweg befindlichen Absatzes zunächst der 11-Jährige, der mit Skiern unterwegs war. Hierbei zog er sich einen Oberschenkelbruch zu. Die nachfolgende 16-Jährige, die mit einem Snowboard unterwegs war, stürzte an der selben Stelle und zog sich hierbei lebensgefährliche Kopfverletzungen zu. Die beiden Verunglückten wurden von der Bergwacht Sonthofen erstversorgt. Während der Junge durch die Bergretter ins Tal gebracht werden konnte, musste das Mädchen mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Dort liegt die 16-Jährige derzeit im Koma. Beide Verunglückten trugen keinen Helm. Zum Zeitpunkt des Unglücks war die im Unfallbereich rund 30 Grad steile Skiroute schneehart und in Teilen vereist.
In diesem Winter musste die Alpine Einsatzgruppe des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West bereits eine ungewöhnliche Häufung von schweren oder sogar tödlichen Unfällen von Wintersportlern registrieren. Seit Ende November 2008 bis heute wurden bereits 12 Vorfälle, bei denen Wintersportler bei Kollisionen verletzt wurden oder alleinbeteiligt schwerst verunglückten, von den Alpinbeamten bearbeitet. Hierbei verloren 4 Personen ihr Leben, 9 Personen wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt. Die Bandbreite der Vorfälle reichte hierbei von der Suche nach verirrten Snowboardern, über die Bergung tödlich verunglückter Bergwanderer, sowie der Bearbeitung von fahrlässigen Körperverletzungen aufgrund von Kollisionen oder aufgrund einer unzureichenden Sicherung der Piste. Gleichwohl stellt diese Anzahl an Vorfällen nur einen Bruchteil der tatsächlichen Vorfälle statt, bei denen Wintersportler sich verletzten und von der Bergwacht versorgt worden sind.
Die Alpine Einsatzgruppe der Polizei, die seit 1986 unter anderem auch im Allgäu besteht, wird tätig, wenn bspw. Ermittlungen zu einem tödlichen Unfall in alpinen Gelände anstehen. Die 13 Beamten des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West - davon zwei Lawinenhundeführer - die im normalen Dienstbetrieb als Streifen- oder Ermittlungsbeamte tätig sind, werden aber auch häufig bei Vermisstensuchen in den Bergen oder sonstigen Einsätzen in schwierigen Gelände angefordert. Die Beamten, unter anderem von den alpinnahen Dienststellen Oberstdorf, Sonthofen, Füssen und Pfronten sind bei diesen Einsätzen häufig Situationen ausgesetzt die nicht nur physisch sondern gerade psychisch extreme Belastungen darstellen. Oft müssen sie sich zusammen mit den Männern der Bergwacht, mit denen eine hervorragende Zusammenarbeit besteht, in gefährliches Gelände begeben, um Vermisste zu suchen und Tote zu bergen. Auch die Bearbeitung von Unfällen bei modernen Sportarten wie Rafting, Canyoning oder bei allen Variationen des Kletterns fällt in ihren Zuständigkeitsbereich.
Quelle: Polizei
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