Friedewalder Gewerbetreibende gehen in die Offensive
Gemeinschaft macht stark - und stärker!
(wvi) Ein gutes Dutzend Friedewalder Geschäftsleute, darunter erfreulicherweise auch einige Damen, trafen sich am gestrigen Samstagabend im Hotel "Am Dreienberg" um über eine gemeinsame Zukunft zu reden, denn gemeinsames und gemeinschaftliches Handeln und Auftreten macht stark - und stärker. Michael Gregor von der Elektro-Gregor GmbH hatte die - an und für sich längst fällige - Initiative ergriffen und zu dem Treffen eingeladen, das als Ziel die Gründung des "Gewerbeverein Friedewald e.V." hat.
Wie in anderen Gemeinden in der Region will man in Friedewald möglichst viele Gewerbetreibende in dem neuen "Gewerbeverein Friedewald e.V." vereinen und damit nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl intensivieren, sondern sich auch gegenüber den werberelevanten regionalen Printmedien stark und geschlossen positionieren sowie zudem durch gemeinsame Veranstaltungen, zum Beispiel eine jährliche Image- und Verkaufsmesse, nicht nur die einheimische Bevölkerung von der Qualität der Friedewalder Angebote überzeugen. Eine eigene Homepage im Internet soll ergänzend die umfangreiche und attraktive Friedewalder Produktpalette in "allen" Gewerbebereichen auf einen Blick präsentieren und vor allem die Konsumenten aus dem weiteren regionalen Umfeld ansprechen und an den Dreienberg "locken".
In den nächsten Tagen wird man alle Friedewalder Gewerbetreibende persönlich anschreiben und persönliche Kontakte knüpfen oder vertiefen. Am 24. Februar soll es dann ernst werden. Für diesen Tag ist die Gründungsversammlung des neuen Vereins vorgesehen, in der die Vereinssatzung vorgestellt und die Vereinsgremien gewählt werden sollen. Von den am gestrigen Abend Anwesenden haben bereits einige spontan ihre Bereitschaft erklärt, in dem neuen Verein eine Funktion zu übernehmen. Ein erstes vielversprechendes Zeichen auf dem Weg zu einer starken Gemeinschaft.
Was wird aus der Schlecker-Filiale?
Sind die Türen bald zu?
Von Walter Viktor
Bereits in FRIEDEWALD AKTUELL -EXTRA- vom 11. Dezember des vergangenen Jahres fragten wir in einer Artikel-Überschrift "Steht die Friedewalder Schlecker-Filiale auf der Abschussliste?". Just zu dem Zeitpunkt, als bekannt wurde, dass Schlecker rund 600 Filiale schließen will oder bereits geschlossen hatte. Vor Tagen wurde aktuell von mindestens 800 Filialen (und mehr) in den Medien geredet und geschrieben. Am Freitag hat Schlecker für den morgigen Montag einen Insolvenzantrag angekündigt, Planinsolvenz. Was bedeutet, dass Schlecker sich aus eigener Kraft - wahrscheinlich mit weiterem starken Filialen- und Stellenabbau - aus der Misere ziehen will - wenn der zunächst nur "beratende" Insolvenzverwalter mitspielt. Vom Marktführer direkt in die Pleite. Mit Dumpinglöhnen, heimlicher Videoüberwachung der Angestellten und Kleinstläden mit teilweisem Schmuddelimage geriet die Firma ins Gerede und in den Geruch des "Ausbeuters" und Betreibers von "Ramschläden". Auch der Generationswechsel in der Geschäftsleitung bekam Schlecker nicht. Die Konkurrenten DM und ROSSMANN (jeder mit wesentlich weniger aber gepflegteren Filialkette) haben Schlecker - bei fast gleichem Umsatz - längst gehörig den Rang abgelaufen.
Auf unseren Bericht im Dezember (nachzulesen in unserem Archiv) erhielten wir einige böse Leser-Mails. Man schrieb von "Panikmache", "Unkenntnis", "Verunsicherung" und "dummen Zeug". Aufgefallen war allerdings einigen unserer Leser(innen - und auch dem Schreiber dieser Zeilen - dass das Warenangebot in der Friedewalder Filiale immer mehr ausdünnte oder nicht nachgeliefert wurde. Ein Weg zu Schlecker lohnte nicht mehr, man ging am besten gleich zum EDEKA-NEUKAUF, dann hatte man sich einen Weg gespart. Sogar "Selbstläufer" waren im Sortiment nicht immer greifbar. Das freundliche Personal beteuerte stets, dass die Waren bestellt, aber immer noch nicht geliefert worden seien. Dies ging über Wochen so - und hat sich bis heute nicht geändert.
In der ersten Januarwoche 2012 erhielten wir aus Insiderkreisen die Information, dass in unserer Region angeblich eine zweistellige Zahl (unter zwanzig) von Schlecker-Filialen auf der Abschussliste stehen. Darunter sollten sich angeblich auch die Filialen in Friedewald und Schenklengsfeld befinden. Hierzu wollte das Unternehmen FRIEDEWALD AKTUELL gegenüber auf telefonische Nachfrage keine Stellung nehmen. Es gab also weder ein Dementi noch eine Bestätigung unseres Kenntnisstandes. Um nicht für weitere Unruhe in der näheren Umgebung zu sorgen, haben wir dann vorerst auf eine weitere Berichterstattung verzichtet. Wir wollten zunächst die Entwicklung abwarten und erst Anfang Februar Schlecker noch einmal thematisieren. Die Entwicklung hat uns ein- und überholt.
Sollte Schlecker die Möglichkeit zur Selbstrettung bekommen, dann ist dies nur mit erneuten großen und schmerzhaften Einschnitten möglich. An die 1.000 kleine und/oder umsatzschwache Filialen (vorwiegend in ländlichen Regionen) wurden in den letzten Monaten bereits geschlossen. Weitere Schließungen und ein damit verbundener weiterer Personalabbau sind zwingend. Ob der Kelch an Friedewald und Schenklengsfeld vorbei geht, das wage ich stark zu bezweifeln. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Schau'n wir mal.
Auszug aus Newsletter
FRIEDEWALD AKTUELL -EXTRA-
Ausgabe vom 22. Januar 2012
http://www.friedewalter.de/main.php?cat=6
Erscheint 2 x wöchentlich freitags und sonntags!
Quelle: "DER FRIEDEWALTER"
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