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Nachrichten aus Augsburg





-- Von Florian Naumann und Christof Rührmair --

Augsburg, Fr. 30.12.11 20:48
Nachrichten von Redaktion_LocalXXL

Augsburg (dapd-bay). Der Polizistenmord von Augsburg ist vermutlich aufgeklärt. Die Ermittler konnten dem älteren der beiden am Donnerstag verhafteten Brüder eine DNA-Spur vom Tatort zuordnen, wie der Leiter der Sonderkommission «Spickel», Klaus Bayerl, am Freitag in Augsburg erklärte. Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) sagte, auch wenn natürlich die Unschuldsvermutung gelte, spreche vieles dafür, dass es sich bei den Festgenommenen um die Polizistenmörder handle. Die beiden schweigen bislang zu den Vorwürfen.Die Polizei stellte bei den 58 und 56 Jahre alten Brüdern 20 Waffen sicher. Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz sagte, der 56 Jahre alte Hauptbeschuldigte sei ein «sozial unangepasster Waffennarr, der schießwütig agiert, wenn er in Konfliktsituationen gerät». Der Mann hatte den Angaben zufolge 1975 einen Augsburger Polizisten ermordet und hatte dafür 19 Jahre und sieben Monate im Gefängnis gesessen. Später wurde er noch zweimal wegen kleinerer Vergehen verurteilt.Ob beim Einsatz am Donnerstag auch die Tatwaffen sichergestellt wurden, blieb zunächst offen. Bei der Schießerei am 28. Oktober sollen die beiden Brüder mindestens mit einem Schnellfeuergewehr und zwei großkalibrigen Pistolen bewaffnet gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Brüder damals auf dem Weg zu einem Raubüberfall waren, als ein 41 Jahre alter Polizeihauptmeister sie im Augsburger Siebentischwald kontrollieren wollte. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd und Schießerei wurde der Beamte tödlich getroffen, seine Kollegin verletzt.Zwtl: Auto führte Ermittler auf die SpurAuf die Spur der Brüder kam die Polizei über ein in der Nähe des Tatorts gefundenes Auto, dessen Halter mit den Verdächtigen verwandt sind, wie Soko-Leiter Bayerl sagte. Die Verdächtigen seien daraufhin observiert und ihr Telefon überwacht worden. Als die Ermittler befürchten mussten, dass eine weitere Straftat bevorstand, griffen sie dann zu.Die Haftbefehle waren dazu bereits am Donnerstag ausgestellt worden. Sie lauten unter anderem auf gemeinschaftlichen Mord. Am Freitag wurden sie nach Angaben von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bestätigt.Justizministerin Merk forderte mit Blick darauf, dass der Hauptbeschuldigte ein verurteilter Mörder ist, die Mindesthaftdauer für zu lebenslanger Haft verurteilte Straftäter von 15 auf 20 Jahre zu erhöhen. «Lebenslang muss sich von anderen Strafen ganz deutlich abheben», forderte sie. Auch Innenminister Herrmann sagte, falls sich der Verdacht bestätige, erwarte er, dass «dieser Mörder» dann wirklich den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringe und nicht mehr «auf die Menschheit losgelassen wird».dapd / nam / cr / jfr /1



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