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Nachrichten aus Altötting (Stadt & Kreis)


Drei Verdächtige zu brutalem Mord in Altötting in Haft - „SOKO Brozmann“ schließt Ermittlungen ab

Altötting (Stadt & Kreis), Fr. 20.03.09 07:49

Kripo Mühldorf und Staatsanwaltschaft Traunstein gehen davon aus, den gewaltsamen Tod von Edmund Brozmann geklärt zu haben. Zwischenzeitlich wurde ein dritter Tatverdächtiger festgenommen. Aktueller Ermittlungsstand, Spurenlage und Teilgeständnisse sprechen für eine Tatbeteiligung des Trios.
Der damals 31-jährige Brozmann verschwand am 07.12.08 spurlos aus seiner Wohnung in Altötting. Auffällig war, dass er Wohnungsschlüssel und Brieftasche zurückgelassen hatte. Auch meldete er sich nicht wie üblich täglich per Telefon bei Eltern oder Freundin. Bereits Mitte November war Brozmann in seiner Wohnung von zwei Unbekannten brutal geschlagen und mit einem Messer verletzt worden. Der Vorfall wurde jedoch erst später über Dritte bei der Polizei bekannt. Schon zu Beginn der Vermisstenfahndung war nach Einschätzung der Kripo Mühldorf zu befürchten, dass der Mann einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein könnte.
Bei der Kripo Mühldorf wurde eine 10-köpfige Sonderkommission „Brozmann“ gebildet. Es konnte ermittelt werden, dass ein 30-jähriger Altöttinger mit seinem Pkw in der Nacht des Verschwindens Brozmanns an dessen Wohnung gesehen worden war. Bei den polizeilichen Vernehmungen verstrickte dieser sich in Widersprüche. In seinem sichergestellten Pkw konnten mit Hilfe der Rechtsmedizin München Blutspuren nachgewiesen werden. Offensichtlich war versucht worden, die Spuren zu beseitigen. Laboruntersuchungen bestätigten, dass das Blut von Brozmann stammte. Der Fahrzeugbesitzer wurde festgenommen. Aufgrund weiterer umfangreicher Ermittlungen konnten die Einsatzkräfte ebenfalls noch am 10. Dezember einen weiteren Tatverdächtigen festnehmen. Der ebenfalls aus Altötting stammende 37-Jährige war der Ex-Partner von Brozmanns Lebensgefährtin und als sehr eifersüchtig und gewalttätig bekannt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ der zuständige Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Traunstein gegen den 30-Jährigen Untersuchungshaftbefehl wegen dringenden Tatverdachts des Totschlags. Ebenfalls Haftbefehl erging gegen den 37-jährigen Freund. Er stand im Verdacht, an der gefährlichen Körperverletzung im November beteiligt gewesen zu sein und zudem auch mit dem Verschwinden Brozmanns zu tun zu haben. Beide bestritten die Tatvorwürfe beharrlich.
Am 17. Januar entdeckten dann Spaziergänger im Bereich der Autobahnbrücke bei Neuötting eine Leiche im Wasser des Inns. Diese war mit einem Spanngurt an einen sogenannten Flussbaustein befestigt. Nach der Bergung durch Kräfte von Feuerwehr und Wasserwacht deuteten Tätowierungen an der Leiche schnell auf den verschwundenen Brozmann hin. Bei einer tags darauf durchgeführten Untersuchung an der Rechtsmedizin München bestätigte sich dessen Identität. Auch wurden Stichverletzungen an dem Toten festgestellt. Taucher einer technischen Sondereinheit der Bereitschaftspolizei fanden später im Wasser noch den Anorak des Opfers und das vermutliche Tatmesser.
Einige Tage nach dem Leichenfund ging der Polizei ein dritter Tatverdächtiger ins Netz. Auch gegen den 29-jährige Altöttinger erging Haftbefehl wegen dringendem Tatverdachts des Totschlages.
Nach Ermittlungsstand der Kripo Mühldorf dürften sich die Abläufe etwa so dargestellt haben: Brozmann wird von den drei mutmaßlichen Tätern in der Nacht zum 08.12.08 zu Hause abgeholt und zum Innufer nach Neuötting gebracht. Dort wird Brozmann von dem 37-Jährigen mit einem mitgebrachten Messer erstochen. Gemeinsam befestigt man den Toten mittels eines Spanngurtes an dem Flussstein und versenkt den Leichnam im Fluss. Der 37-Jährige besorgt sich nach der Tat ein falsches Alibi, das jedoch von der Polizei enttarnt werden kann. Gegen eine Bekannte des Mannes wird deswegen bereits wegen Strafvereitelung ermittelt. Sein Untersuchungshaftbefehl wurde von der ursprünglichen gefährlichen Körperverletzung aus der Tat Mitte November um den Verdacht des Tötungsdeliktes erweitert. Als Motiv kommt Eifersucht des 37-Jährigen auf Brozmann als neuen Freund seiner Ex-Partnerin in Betracht. Gegen seine beiden mutmaßlichen Tatgenossen erließ das Amtsgericht Traunstein jetzt neue Haftbefehle wegen des dringenden Verdachts der Freiheitsberaubung mit Todesfolge und der Beihilfe zur Körperverletzung mit Todesfolge. Die drei tatverdächtigen Männern warten nun in der Justizvollzugsanstalt auf das anstehende Gerichtsverfahren.
Quelle: Polizei


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